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fülirer der Schutzzöllner, Sonderbündler und Preussen-fresser, bereits das Sekretariat, um sich als Redner da-gegen einzuscbreiben. Hinter ihm her, mit fliegendenFahnen aus Württemberg und Bayern , Baden, Sachsen,Hannover , Alles, was nur dem Zollparlament, dem Nord-deutschen Bund Tod und Verdammung geschworen hatte.Bebel und Liebknecht, die Ihnen wohlbekannten sozial-demokratischen Stützen von Thron und Altar, diegrössten katholischen Kirchenlichter: Bissing, Rosshirt,Windthorst zogen mit klingendem Spiel auf die Tribüne;von Neuem erklang das Stichwort, welches bis dahinseine Wirkung nie verfehlt hatte: „Wir Süddeutsche!“Aber das Maass war voll! Wer immer noch das Gefühlder Verantwortlichkeit für die Zukunft Deutschlands in sich trug, der empfand, dass es Zeit war, diesenTheilungsseligen das Handwerk zu legen. So fiel derGrundsatz, dass es den Vertretern des gesammtenDeutschlands nicht erlaubt sei, sich um das Wohl oderWehe der Angehörigen eines einzelnen Staates zukümmern. Von diesem Tage an kam eine belebendeStrömung über das Zollparlament.
Wohin auch hätte es führen sollen, wenn geradein diesem Parlament die Trennung Deutschlands inzwei Hälften zu der Bedeutung einer organischen Ein-richtung wäre’erhoben worden? Setzen wir einmal denFall, es sollte auch durch allgemeine Volksabstimmung