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Vertrauliche Briefe aus dem Zollparlament : <1868 - 1869 - 1870> / Ludwig Bamberger
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nämlich mit dem Parlament nur Zug um Zug handeln,für jeden erlassenen Groschen alter Steuern sollten ge-nau zwölf Pfennige neuer Steuern ausbedungen werden,alles baar berichtigt wie zwischen Händlern auf demJahrmarkt, die einander nicht über den Weg trauen.Aber wer sieht nicht ein, wie undurchführbar einsolcher Grundsatz ist; wie unmöglich es ist, die Trag-weite jeder Zahlenveränderang im Gebiet des unbe-rechenbaren Verkehrs mit mathematischer Gewissheitvoraus zu bestimmen; wie daraus jedem der kon-trahirenden Theile die Furcht erwachsen muss, dassder Andere ihn überlisten wolle; wie auf diese Weiseunablässig Saat des Zwiespalts ausgestreut wird; wieaber auch gleichzeitig alle Beweglichkeit verbannt wird,wo allen, im Vertrauen auf den Segen der Kräfte-Entfesselung zu wagenden, Versuchen Thür und Thorverschlossen bleiben muss! Wer vorwärts gehen will,muss einen Fuss vor den andern setzen. Die Politikder verbündeten Regierungen, indem sie daran fest-hält, keine Erleichterung ohne gleichzeitige Gegenlei-stung zu gewähren, verlangt von dem Zollparlament, dasses mit zusammengebundenen Füssen vorwärts hüpfe,wie die Springprozession von Echternach . Und darumsind wir, wenn Sie von dem österreichischen Handels-vertrag absehen, dessen Schicksal voraus entschiedenwar, auch praktisch kaum vom Fleck gekommen. Bei