125
liebste Scheidemünze, die zerlumptesten, schmutzigstenPapierscheine, kein anderes Taschengeld, als die schwer-fälligen Silberstücke. Zu all dem ist eine grosse Welt-frage gekommen.
Das feurige Gold hat in den letzten drei Jahreneinen gewaltigen Anlauf genommen, dem blassen Silberden Rang abzulaufen. Trügen nicht die bedeutungs-vollsten Zeichen, so ist das Gold bestimmt, der alleinigeLiebling der Völker zu werden bis in den fernstenOsten hin, der doch seit Jahrhunderten zäh am Silbergehangen. Geschieht dies, dann muss nicht bloss dasSilber nach und nach an Werth verlieren (in den letz-ten drei Jahren schon über zwei Procent!), sondern dieLänder, welche nur Silber münzen, gehen einer gefähr-lichen Isolirung entgegen. In diesem Fall ist Deutsch-land. Wahrend England, Belgien, Italien, die Schweiz ,Spanien, die Türkei, Aegypten, Amerika schon auf demGoldfuss leben, ist Verwendung für Silber nur noch inHolland, Skandinavien, in Central-Amerika , theilweisein Frankreich und Belgien zu finden. Frankreich gehteben mit sich zu Rathe. Fasst es den Entschluss auchdas Silber aufzugeben, so könnte Deutschland wohlhinterher beschliessen, ihm zu folgen und ebenfalls seinSilber in Gold einzuwechseln: nur schade, dass Zweizu einem solchen Handel gehören. Und eben denZweiten, Unentbehrlichen fände es nicht mehr. Ja viele