XXV
die „Gartenlaube“, als die eigentlichen Urheber jener Behaup-tung zu hehren, war man wieder so schlau, uns Beide gänzlichaus dem Spiel zu lassen, und beschränkte sich auf ein Kreuz-feuer gegen die „Germania “. Ein Börsenblatt rechnete schnellaus. dass von den Berliner Gründungen 58 V 2 Prozent auf dieChristen und nur 4 IV 2 Prozent auf die Juden kämen. Manhatte sogar die Dreistigkeit, die heftige Vermehrung der Judenin Berlin, ihre starke Einwanderung und starke Fruchtbarkeit,schlankweg abzuleugnen, und sich dafür auf das „BerlinerStädtische Jahrbuch“ zu berufen. Nun bestätigt aber geradeder neueste Jahrgang dieses Werkes meine desfallsigen Behaup-tungen und zeigt, wie sicher meine Schätzungen gewesen sind.Er widerlegt sowol die „erste ordentliche Lehrerin an derjüdischen Gemeinde-Mädchenschule“ wie die edle „Volkszeitung“des Herrn Franz Duncker, welche sich jene famose Berech-nung des Börsenblattes zu eigen gemacht hatte. Aus diesemJahrbuche pro 1875 kann man auch (S. 141) ersehen, dass diehiesige jüdische Gemeinde nicht aus Verpflichtung, sondern frei-willig für ihre Armen, Waisen und Kranken sorgt. Erst ganzneuerdings, erst in Folge meiner Anführung, dass die Berliner Juden durchgehende wohlhabende und reiche Leute sind, hatdie Judenschaft ihre Armen, um doch auch öffentlicheArme aufzeigen zu können, der Stadt überwiesen.
Meine andere, mir erst von der „Schlesischen Presse“ ab-genöthigte Behauptung: 90 Procent der Gründer und Bör-sianer sind Juden — kann wol nicht im Ernst bestritten,braucht nicht noch besonders bewiesen zu werden. Nicht nurin Berlin, Wien, Frankfurt a. M., nicht nur in Deutschland und Oesterreich-Ungarn sind die Börsianer zu neun ZehntelJuden resp. getaufte Juden: auch an den Börsen von London und Paris dominiren die Juden; auch hier stockt „an den hohenjüdischen Festtagen“ das Geschäft. Ich stehe aber nicht an,auch zu behaupten: von den Gründungen der Schwindel-periode in Deutschland fallen gut ÖO Prozent auf dieJuden; und ich werde dies später durch eine besondere Zu-sammenstellung belegen. Einstweilen verweise ich auf „Sa-fing’s Börsen-Papiere“ und auf die Schrift „Die Berliner Emis-sionshäuser und ihre Emissionen in den Jahren 1871 und 1872“.In beiden Büchern mag man einfach die jüdischen Firmen und