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ihre Gründungen zusammenzählen, und die Summe mit derZahl der von christlichen Bankhäusern verfassten Gesellschaftenvergleichen.
In Sachen der „90 Prozent“ brachte die demokratische„Staatsbürgerzeitung“ einen Leitartikel „Das moderne Juden-thum“, aus dem ich nur einige Sätze übernehmen will: „Dieliberalen Blätter aller Schattirungen haben dem Judenthumallezeit eine Connivenz bewiesen, welche die ruhelose Kritikunserer Tage weder dem Königthum noch der Kirche, wederdem Adel noch der Klerisei, weder der Bourgeoisie noch demArbeiterstande gewährt. Dem jüdischen Talent ist heute die-selbe freie Bahn geöffnet wie dem christlichen. Leider zeigtaber das moderne Judenthum sehr wenig Sinn für seine Eman-cipation, und betrachtet nach wie vor den rücksichtslosen Geld-erwerb als einzigen Zweck seines Daseins. Es ist neuerdingsohne Widerspruch constatirt worden, dass 90 Prozent unter denJobbern und Gründern der Schwindelperiode aus Juden bestand,während ihre Gesammtzahl doch nur den 76. Theil der Bevöl-kerung ausmacht. Es ist doch nicht christlich-germanisheSchuld, sondern freiester Entschluss des Judenthums, dass esden Wucher in Generalpacht genommen hat. Von den Hals-abschneidern der Aristokratie bis zu den Rückkaufshändlern,diesen Würgengeln der arbeitenden Classen, recrutiren sich die
Wucherer durch ganz Deutschland fast nur aus Juden. -
„Der erste Schritt zur Besserung ist, jeden faulen Eieck rück-haltlos aufzudecken, unbekümmert um die Verdächtigung, alsmittelalterlicher Hep-Hep-Schreier dargestellt zu werden, undähnliche faule Witze. Es liegt in der Hand der Juden, auf-zugehen im Volksganzen und redlich die harte Arbeit mit unszu theilen. Beharren sie in ihrer Sonderstellung, so thun sie esauf eigene Gefahr. Und vor dieser Gefahr wollten wir warnen.“
Solche Stimmen sind aber noch selten. Nur wenige Blätter— darunter namentlich die, welche die „liberale“ Presse neuer-dings als „Scandalblätter“ oder „Revolverpresse“ zu bezeichnenliejjt — treten den Ausschreitungen und der Ueberhebung derJudenschaft entgegen. Sehr wahr äusserte der „BerlinerEigaro“: „Das ist ja das Charakteristische unserer Zeit, dassfast Niemand es wagt, seine Ueberzeugung offen und ehrlichauszusprechen.“