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Der Börsen- und Gründungs-Schwindel in Berlin : gesammelte und stark vermehrte Artikel der "Gartenlaube" / von Otto Glagau
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Ueberhaupt muss ich 1-femi Keil meine grosse Anerkennungaussprechen; er hat sich um das Publikum sehr verdient ge-macht. Kein anderes Blatt von Bedeutung hätte denMuth gehabt, diese Artikel zu bringen; kein anderesmir gestattet zu sagen, was ich hier gesagt habe.Allerdings kann die Gartenlaube auch viel mehr riskiren; ihreVerbreitung ist zu riesig und nicht leicht zu erschüttern.Heute freilich, nachdem diese Artikel über ein Jahr erschienen,würden auch andere Journale die Fortsetzung bringen. Nach demVorgehen derGartenlaube begannen kleine wie grosse Zeitungengleichfalls inEnthüllungen zu machen; d. h. ä la Lasker,mit der nöthigen Vor- und Rücksicht. nnd in der frommen Ab-sicht, sich selber weiss zu waschen. Verschiedene grosseZeitungen, die den Schwindel einst mit Begeisterung colportirt,und sich dabei fett und dick gefüttert haben, sitzen heute überden Schwindel strenge zu Gericht; und man konnte, z. B. inBreslau, Köln, Frankfurt a. M das erbauliche Schauspiel beo-bachten, wie sie sich untereinander ihre Gründungssünden vor-warfen, sich gegenseitigSpitzbuben! nannten.

Die jetzt gesammelten Artikel haben mich über ein Jahrbeschäftigt, und fast ausschliesslich. Das Sichten des grossenMaterials, die zahllosen Becherchen, der Briefwechsel mit HerrnKeil und mit dem Publikum kosteten viel Mühe und Arbeit.Bald begann auch das Publikum mitzuarbeiten; aus allenSchichten und Kreisen der Gesellschaft, selbst aus Parlaments-und Börsenkreisen gingen mir Beiträge und Anerkennung zu.Selbst Börsenleute, selbst Juden sprachen mir ihren Beifallaus; und ebenso Männer der Wissenschaft natürlich nichtmanchesterlicheVolkswirthe aber sowol Freihändler wieSchutzzöllner. Auch stehen meiner Auffassung und meinenAusführungen verschiedene Fachschriftsteller zur Seite ichnenne nur F. Perrot, Georg Hirtli, Rudolf Meyer,F. Stöpel, Emil Richter deren einschlägige Schriften ichspäter heranziehen werde.

Vielleicht ist es nicht überflüssig zu bemerken, dass ichmich weder zu den Conservativen noch zu den Socialdeinocraten,weder zu den Ultramontanen noch zu den Particularisten' zähle;dass ich mindestens soliberal zu sein glaube, wie die National-liberalen und die Fortschrittsleute zusammen genommen. Diese