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des Nationalvermögens. Die Gründer und Börsianersetzten sich in den schönsten Strassen fest, nahmen dievornehmsten Quartiere in Beschlag; viele von diesenLeuten zahlten an Miethe 6000 bis 20,000 Thalerjährlich!
Die unaufhörliche Steigerung, die völlige Verschie-bung der Miethspreise liess die Bevölkerung beständigumherziehen und nöthigte einen grossen Theil zurAuswanderung. Tausende von Arbeitern, HandwerkernBeamten etc. konnten das Wohnen in Berlin nichtmehr erschwingen, und Hessen sich auf den Dörfern,im meilenweiten Umkreise nieder. Auch die „gebil-deten“ Stände wurden weiter und weiter in dieVorstädte, bis an die Grenzen des Weichbildes unddarüber hinaus gedrängt. Das sogenannte Geheimraths-viertel führt seinen Namen nicht mehr mit Recht; derGeheimrath ist hier selten geworden, oder er findetsich nur noch drei Treppen hoch, und statt seinersitzen in der Beletage — Banquiers und Börsianer.Ebenso ist' es den Gelehrten, Künstlern und Schrift-stellern ergangen, die früher das „Westend“, vor demPotsdamer Thor, erfüllten; auch sie haben sich vor denHerren von der Börse weiter und weiter, höher undhöher zurückziehen müssen.