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Die heutige Colonie Friedenau (welch idyllischerName!) besteht in der Hauptsache noch aus „Bau-stellen“ und aus etwa 60 bewohnten Häusern. Vondiesen befinden sich wieder die wenigsten in eigent-lichen Privathänden, resp. werden die wenigsten vonden eigenen Besitzern regelmässig (Sommers wie Win-ters) bewohnt; die meisten Häuser enthalten Mieths-wohnungen und gehören Speculanten und Börsianern.Die noch unverkauften ausgedehnten „Bauländereien“sind von der Gesellschaft als Aecker oder Weiden verpachtet; die mit Hülfe der ersten Dividende von40 Procent bis 200 hinaufgetriebenen Actien stehenheute ca. 15.
Herr David Born, welcher seit jener Gründung sich„Director“ nennt, schied schon im ersten Geschäftsjahr,nach Vertheilung der grandiosen Dividenden, aus; oderaber er wurde ausgeschieden vom Aufsichtsrath, demer, wie es scheint, unbequem ward, da er gegen ge-wisse Verletzungen des Statuts opponirte. Er „dirigirte“nun eine in der Nachbarschaft entstandene neue Bau-gesellschaft, den „Lichterfelder Bauverein“. Dieserbrachte es nur bis auf 9 Procent Dividende, und diemit 90 Thalern eingezahlten Actien, die einst 126standen, gelten heute ca. 12. Die Bilanz für 1874