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beiden „Baubureaux“ in Berlin und Wilmersdorf sindgeschlossen; trotzdem hat die „Verwaltung“ im letztenJahr über 11,000 Thaler Unkosten verursacht! EinRäthsel, das nur „Aufsichtsrath“ und „Direction“ zu lösenvermögen. Aber Beide verbergen sich jetzt wie Adamund Eva nach dem Sündenfall.
Herr J. A. W. Carstenn hatte sich als Bauspeculantschon in Hamburg und Umgegend versucht, und liesssich nach 1866 in Lichterfelde bei Berlin nieder; einemkahlen sonnenverbrannten Dorfe, aus dem er, vermögeseines ebenso rastlosen wie kühnen Eifers, eine Villen-Colonie mit zwei Bahnhöfen zu machen wusste.Es war ein Mann von Scharfblick und Combination; erwitterte, dass die Hauptstadt des Norddeutschen Bundes wachsen und sich ausdehnen müsse; er begann ringsumBerlin zu colonisiren, er trieb die Baustellen-Aus-schlachterei und den Baustellen-Handel en gros. Beidiesem Geschäft gewann er Millionen, und mit denMillionen überfiel ihn ein anderes Gelüste. Er hattemit Generalen und Baronen gegründet, und der Um-gang mit der Aristokratie ist ansteckend. Er hattesich die Regierung wegen der neuen Kadettenhäuserverpflichtet, und so konnte es ihm nicht fehlen. EinesAbends ging er noch als J. A. W. Carstenn zu Bette,