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Der Börsen- und Gründungs-Schwindel in Berlin : gesammelte und stark vermehrte Artikel der "Gartenlaube" / von Otto Glagau
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liaft verkauft. Für ein Eckgrundstück sind 9000Tkaler pro Quadratruthe bezahlt worden. DieserPreis würde nur den Selbstkosten entsprochen haben,aber thatsächlich ist nie ein Fuss breit verkauftworden.

Die öffentliche Strasse wurde nicht genehmigt, undderAufsichtsrath beschloss, eine Privatstrasse zubauen. Aber da kam derKrach, und man liessdie Häuser stehen. Die zum 1. April 1873 sämmtlich ge-kündigten Geschäfts- und Wohnungsräume blieben langeleer und sind erst im letzten Jahre wieder vollständigvermiethet worden; natürlich zu sehr herabgesetztenPreisen. Die Strousbergschen Häuser Unter den Lin-den 17 und 18, welche den Actionären l s / 4 MillionenThaler (!!) kosten, sind eigentlich blos Baustellen, alteRuinen, die im Sommer 1873 einzustürzen drohtenund im Keller gestützt werden mussten. Die siebenGrundstücke stehen mit 3,462,000 Thaler (!!!) zuBuch; die Actien notiren etwa 15.

Lindenbau-Verein war eine so mörderische Grün-dung, dass sie selbst den Unwillen professionellerGründer erregte, selbst die Börse empörte und selbsteinen Theil der Presse in Bewegung setzte. Verschie-dene Localblätter geisselten Herrn Munk und Genossen,

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