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vom Königlichen Eisenbahn - Commissariat für „unzu-lässig“ erachtet, worüber Herr von Kardorff sich be-schwerte; indess hielt auch der Handelsminister dieEntscheidung „aufrecht“. Und Herr von Kardorff* wird wieder noch in Schatten gestellt von dem Com-merzienrath Jacob Landau, welcher sonder Verlegen-heit in allen drei Consortien sass, zugleich dem Auf-sichtsrath der Bahn, der Baugesellschaft und demFinanzcomite angehörte, also bei jedem Vertrage drei-mal in Einer Person fungirte!
Das Finanzconsortium hat natürlich den grösstenSchnitt gemacht; ausser der Provision für Auszahlungder „Bauzinsen“ mit 650,000 Thaler, verdiente es beiVersilberung der Actien durchschnittlich 4 bis 5 Pro-cent, das heisst nochmals 5 bis 600,000 Thaler. Vonwirklichen Einzahlungen auf die Actien ist, bis aufdie Zeichnungen der betreffenden Kreise, welche dieBahn durchschneidet — und diese Zeichnungen betragenetwa ein Zehntel des Grundcapitals — nicht die Redegewesen; und die Generalversammlung der Actionärewie der Handelsrichter wurden auf Grund des famosenActiengesetzes in bester Form getäuscht.
Wie erstaunlich war es nun, Herrn von Kardorffam 10. Juni d. J. im Abgeordnetenhaus zu hören, wie