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Der Börsen- und Gründungs-Schwindel in Berlin : gesammelte und stark vermehrte Artikel der "Gartenlaube" / von Otto Glagau
Entstehung
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Bilanz.*) Der wirkliche Kaufpreis der Parcellen warja nur 549,000 Thaler gewesen nicht 1,530,000Thaler, mit welchen man sie den Actionären berechnete.

*) Inzwischen haben wir auch in Preussen einen solchenProzess erlebt. Der Staatsanwalt Angern in Magdeburg be-antragte die Untersuchung gegen die Gründer der Suden-burger Maschinenfabrik. Angeklagt waren: KaufmannSimon Levy in Berlin; Kaufleute Julius Levy , MeyerSamuel Meyer, Gustav Sommergut, Fabrikbesitzer Aug.Klusemann, Directoren Otto Henniges, Adolf Oelkers,Ingenieur Stromberg in Magdeburg ; und Banquier GustavPlaut (E. C. Plaut) in Leipzig . Die Fabrik, reell etwa225,000 Thaler werth, wurde von den Gründern mit 600,000Thalcrn bezahlt aber nicht haar, sondern zum grossen Theilin Actien und der Gesellschaft mit 800,000 Thaler ither-wiesen. Als von den betrogenen Actionären Einige energischvorgingen, gaben die furchtsamen Gründer Actien im Ncnn-wcrthe von 350,000 Thaler heraus der ziemlich gewaltsamgegründete Vorbesitzer Klusemann allein an 200,000 Thaler.Nur Herr Gustav Plaut verstand sich zu Nichts. Trotzdemdenuncirten andere Actionäre, und die Anklage lautete aufBetrug und Verschleierung des Vermögensstandes.

Den Angeklagten stand eine Schaar Advocaten zur Seite,von denen was gewiss charakteristisch ist mehre selberGründer und Gründergenossen sind; und der Hauptentlastungs-zeuge, Geheime Commerzienrath Emil Stephan , ist sogarein grober Gründer. Justizrath Lesse aus Berlin verurtheiltedas Denunciationswesen der Actionäre, das leicht auf dieseEurückfallen könne (!). Justizrath Karsten aus Berlin bezeichnete die Forderungen und Drohungen der Actionäre,gegenüber den Gründern, alsErpressung (!!). RechtsanwaltTräger, früher in Cüllcda, erachtet den lluf seines ClientenGustav Plaut über allen Zweifel erhaben! Herr Albert Träger ,