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Der Börsen- und Gründungs-Schwindel in Berlin : gesammelte und stark vermehrte Artikel der "Gartenlaube" / von Otto Glagau
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Doch das ist eitel Dunst! Unsere Zunge lehrt uns,trotz Herrn Roesicke, dass die Biere entschieden anGehalt und Geschmack verloren haben, dass sie langenicht mehr das sind, was sie vor dem Gründungs-schwindel waren.

Und die Regierung thut ein Uehriges. Anstattdie Brauweise und den Ausschank des Biers unter Con-trole zu stellen, legte sie ein Gesetz vor: die Erhöhungder Braumalzsteuer. Wahrscheinlich, um die Börsen-steuer annehmbarer zu machen, die. sie seit Jahrenplante, aber bisher nicht einzubringen wagte, soll dasBier nun doppelt besteuert werden. Nach Aufhebungder Schlacht- und Mahlsteuer, nachdem die Wissen-schaft jede Besteuerung der eigentlichen Lebensbedürf-nisse für verwerflich erklärt hat gewiss ein wunder-bares Project, das da zeugt von dem rathlosen Hin-und Herschwanken, von dem verzweifelten Experimenti-ren unserer manckesterlichen Steuerpolitiker. Die Brauerprotestiren gegen die Erhöhung der Braumalzsteuer.Sie erblicken darin eineneue Schädigung des Brauerei-gewerbes, dasohnehin durch die hohen Preise derRohmaterialien, sowie durch die in der Gründungs-periode entstandene grosse Concurrenz mit einem sehrgeringen Nutzen zu arbeiten genöthigt ist.