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Die Arbeits- und Wirtschaftsverhältnisse der Einzelsticker in der Nordostschweiz und Vorarlberg / von Alfred Swaine
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III. KAPITEL.

in deren Interesse ein derartiger Preisdruck ja gar nichtliegt.

Deutlich wird uns den Antagonismus zwischen altenund jungen Firmen die Geschichte des „Centralverbands derStickerei-Industrie“ zeigen, wo wir sehen werden, wie dieInteressen der alten Häuser diese für arbeiterfreundlicheMassnahmen geneigt machten, während die jungen Geschäftefast regelmässig opponierten, weil sie für sich nur Nach-teile in den getroffenen Einrichtungen und Verordnungenerblicken konnten . 1 Auch die Berichte des kaufmännischenDirektoriums, in dem die Meinung der alten Firmen über-wiegt, lassen diesen Gegensatz erkennen, so wenn es heisst:„Die Einzelsticker fallen in schlimmen Zeiten am leichtestenschlimmen Ausbeutern anheim, lassen sich in guten Zeitenohne Rücksicht auf bleibende Verhältnisse von jeder über-nommenen Verpflichtung abwendig machen und tragen soam meisten zur Unsicherheit des Geschäftes bei .“ 2 Wernur ein bisschen zwischen den Zeilen zu lesen versteht,merkt, dass hier ausser gegen die Einzelsticker auch gegengewisse Firmen ein herber Tadel ausgesprochen ist. Ananderer Stelle 3 spricht der gleiche Verfasser von dem „ge-walttätigen Charakter“, den in letzter Zeit der Geschäfts-betrieb infolge Einnistens der Amerikaner in St. Gallen an-genommen habe.

Auch bei den grossen und alten Exporthäusern, diesich übrigens nicht selten noch mit dem Vertrieb andererErzeugnisse des ostschweizerischen Textilgewerbes befassen,ist der Zusammenhang mit der Industrie ein äusserst ge-ringer. Nur wenige haben eigene Maschinen, und dann be-schränkt sich mit geringen Ausnahmen der Besitz nur aufeine kleine Zahl. Das Bleichen und Appretieren der be-stickten Ware geschieht eben so wenig in eigenen Eta-blissements der Kaufleute, sondern wird gegen Lohn vonvollständig selbständigen Fabrikanten besorgt. Nur dieMusterzeichner, die die Dessins entwerfen, sind häufig An-

1 Vergl. S. 127 u. 132.

2 Quellenangabe No. 10, Jahrg. 1877 S. 19.

3 Quellenangabe No. 2, S. 168.