bundenen Lasten, die circa 20—25 Fr. betragen, einen Netto-pacbtwert von 60—90 Fr. Bebaut der Berechtigte das Pflanz-land selbst, so zieht er aus seinem Teil nach Abzug allerKosten (Arbeit, Dünger u. s. w.) ungefähr 100—120 Fr.
Was die Art der gebauten Früchte anbetrifft, so istdiese ähnlich wie in Vorarlberg: Mais, Kartoffeln, Kurbisse,diese als Viehfutter, Rüben, Erbsen, hie und da etwasKörnerfrucht.
Neben dem Gemeindeland, das wohl 60—70% derEinzelsticker besitzen, hat ungefähr die Hälfte noch Privat-eigentum an Land. Dieses hält sich bei den meisten in den be-scheidenen Grenzen von 2—3 Juchart, erreicht bei einzelnenaber eine Ausdehnung, dass sie von Frühjahr bis Herbst derIndustrie entzogen werden, während die lediglich den Ge-nossenanteil bebauenden Sticker höchstens 12 Tage mitFeldarbeiten beschäftigt sind. Letztere halten nur währenddes Sommers 1—2 Ziegen, die sie auf der Waldtratt er-nähren, wohingegen der Viehstand der noch Privatländereienbesitzenden Sticker zwischen 2 und 4 Kühen schwankt.
Wandern wir jetzt Rhein und Bodensee abwärts nachdem Thurgau. Thurgau ist der eigentliche Bauernkantonder Schweiz , und mit Stolz erzählt jeder Bewohner diesesLändleins, dass es die fruchtbarste Gegend der Schweiz sei.So ist es nicht überraschend, dass von den hausindustriellenStickern hier circa 60% neben her noch eigene Landwirt-schaft betreiben. Freilich ist es auch hier wie überall, derGrundbesitz ist äusserst zersplittert, die Liegenschaften derBauern sind oft von mehr als bescheidener Grösse und dazunoch im allgemeinen mit starken Schulden belastet. DiesenZustand scheint nicht erst die Neuzeit geschaffen zu haben.Schon früher waren die Bauern ausser stände, mit demErtrag ihres Gütleins die Schuldzinsen, zu bezahlen, undsahen sich genötigt, durch einen Nebenverdienst, den siedamals in der Handweberei fanden, sich das fehlende Bar-geld zu verschaffen. Als daher in den 70er Jahren diemechanischen Webereien im Verein mit schlechten Zeitendie Hausweberei zu vernichten drohten, da ergriffen dieseKleinbauern ungesäumt die Gelegenheit, den Web- mit dem
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