»IE VERBÄNDE DER EINZELSTICKER.
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pathie bestand, kam den Arbeitgebern dabei allerdings sehrzu statten.
Nur mit Mühe erreichten die Sticker in Fabriken später,als sie sich eigens organisiert hatten, eine lose Angliederungan den Verband, indem man ihnen die Segnungen desselbenteilweise gewährleistete, ohne sie aber zn Mitgliedern zumachen.
Die eigentliche Organisation war nun folgende. DerVerband, der seinen Sitz in St. Gallen hatte, bestand ausSektionen, die von Verbandsmitgliedern einer oder mehrererGemeinden — mehrerer, wo diese sehr klein waren — ge-bildet wurden. Die Sektion wählte die Sektions-, Ivontroll-und Rechnungskommission, sowie die Abgeordneten zurGeneral- (Delegierten-) Versammlung und zwar bei hundertund weniger Mitgliedern einen, für jedes volle nächste Hunderteinen weiteren Vertreter. Die Sektionskommission mit demSektionsvorstand an der Spitze war im Rahmen der Sektiondas ausführende Organ der Centralleitung, mit der sie sichin die strafende Gewalt teilte. Die Kontrollkommissionhatte darüber zu wachen, dass die Verordnungen des Central-komitees auch wirklich durchgeführt wurden. Die Funk-tionen der Rechnungskommission erhellen aus dem Namender Behörde.
Die Gesetzgebung des Verbands lag in den Händender Delegiertenversammlung, die sich jährlich mindestenseinmal zu einer ordentlichen Versammlung zusammenlindenmusste. Dem Buchstaben nach gab sie wohl die Gesetze, defacto aber war die vorberatende Behörde, der auch die exeku-tive Gewalt übertragen war, das Centralkomitee, hierinausschlaggebend. Dieses wurde von der Delegiertenver-sammlung gewählt und bestand ausser dem Präsidenten, dereine an der Stickerei-Industrie nicht direkt interessiertePersönlichkeit sein musste, aus 20 Mitgliedern. Diese wurdennach zwei Gesichtspunkten gewählt, 15 wurden als Ver-treter von Landesteilen, 5 als Vertreter der Kaufmann-schaft ernannt. Es waren also nur die Kaufleute, die einespezielle Interessenvertretung hatten. Aus welchen Gruppendie 15 anderen Mitglieder des Centralkomitees genommen