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VIII. KAPITEL.
aber doch eine äusserst wichtige Massregel zur Lolin-sicherung. Der Umsatz betrug in den Jahren
1887 : 192 503 Fr. 1890 : 323 996 Fr.
1888 : 211 709 1891 : 434386 „
1889 : 277 937 1892 : 334614 „
Wenn die Schätzung, dass im Jahre für circa 2 Mil-
lionen Fr. Stickereien den Arbeitern zur Verfügung gestelltwerden 1 richtig ist, so scheint allerdings damit verglichendie Benutzung und der Nutzen der Anstalt für die Stickerein kleiner gewesen zu sein. Indes ist das doch nur schein-bar, denn man darf nicht vergessen, dass schon die blosseExistenz einer solchen Anstalt die preisdrückenden Auf-käufer zu gleichen Angeboten zwang. Die Verkaufsstelleist unzweifelhaft auch für die ganze Industrie ein segens-reiches Institut gewesen. Denn es ist einleuchtend, dassderartige Warenmengen, zu den früheren Schundpreisen aufden Markt geworfen, auch die Preise der tadellosen Warezum Weichen bringen mussten. Das hatte sich nun be-deutend gebessert.
Wir verlassen diese Institutionen, die hauptsächlichim Interesse der Arbeiter erlassen waren, und wenden unsjenen zu, die mehr zur Hebung der ganzen Industrie bei-tragen sollten. Dass sie als solche indirekt auch die Lageder einzelnen Interessengruppen der Stickerei günstig be-einflussten, bedarf kaum eines Hinweises. Es fallen hierherhauptsächlich die Bestrebungen, die gemacht wurden, diequalitative Leistungsfähigkeit der Arbeiter zu heben. Dererste Schritt auf diesem Gebiet wurde 1887 mit der Ein-führung der Nachstickkurse unternommen. Dieselben ent-sprachen einem wirklich tief empfundenen Bedürfnis. DieNachstickerinnen auf den Dörfern hatten oft recht geringesVerständnis für ihren Beruf, und wir erinnern uns aus einemfrüheren Kapitel der Klagen von seiten der Stickei', dass fürbereits nachgestickte Ware der Kaufmann nochmals hoheBeträge für Nachsticken in Ansatz gebracht habe. Dassdies lediglich aus Gewinnsucht geschehen sei, hat noch kein
1 Vergl. Quellenaiigabe No. 10, Juhrg. 1886, S. 23.