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Die Arbeits- und Wirtschaftsverhältnisse der Einzelsticker in der Nordostschweiz und Vorarlberg / von Alfred Swaine
Entstehung
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SCHLUSS.

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nicht nur in der Technik des Stickens, sondern auch inMaschinen-, Stoff-, Garn- und Warenkunde. Man sieht inrichtiger Erkenntnis dessen, was not thut, davon ah,Künstler heranzubilden, legt vielmehr den Hauptwertdarauf, gute Durchschnittssticker zu erziehen. Weiterenicht zu unterschätzende Erziehungsmittel sind die Fach-schule für Musterzeichner in St. Gallen , deren Leistungenich selbst auf einer Ausstellung zu bewundern Gelegenheithatte, und nicht zu vergessen das St. Gallische Industrie-und Gewerbemuseum, das mit seinen kostbaren Schätzender Textilbranche uns den Geschmack der verschiedenstenLänder aus den letzten fünf Jahrhunderten vor Augen führt.Die Unterstützung von 20 000 Fr., die das kaufmännischeDirektorium der Anstalt jährlich leistet, sind jedenfalls allerAnerkennung wert.

Aber so gute Wirkungen auch all diese Schöpfungenhaben mögen, und so sehr man sie fordern müsste, wennsie fehlen würden, ein Universalmittel, die Industrie auf derHöhe der Zeit zu halten, sind sie nicht. Denn dieser drohtnicht nur vom unfähigen Arbeiter Gefahr. Je mehr derFabrikant ganz verschwindet, oder je unselbständiger erwenigstens wird, desto mehr geht der Stand unter, deram ersten fähig wäre, Erfindungen und Verbesserungentechnischer Art zu verwerten oder neue Ideen für die An-wendung des Plattstichs zu geben. Sehr richtig sagt hieraufbezüglich Roscher in seinerNationalökonomik des Handelsund Gewerbefleisses:Für die Produktion im allgemeinenist es gewiss der beste Sporn und Zügel, wenn derjenigedie Gewinn- und Verlustchancen voll trägt, der am meistenim stände ist, auf die Güte der Technik einzuwirken. Fürden lohnstickenden Fabrikanten, der die Muster vom Kauf-mann empfängt, fehlt für eine derartige Einwirkung derAntrieb, von dem Hausindustriellen, der ja nie die Mittelund meist auch nicht das Verständnis für solche Fragenbesitzt, gar nicht zu reden. Die Kaufmannschaft aber stehtder Produktion zu fern und kennt sie zu wenig, um irgendwelche Garantien in dieser Hinsicht für die Förderung derIndustrie zu bieten. Man hat hierin schon einmal übele