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selkxtrses, noch nicht erreicht ist. Durch Einführung der fran-zösischen Piaster ist der innere Geldumlauf der Kolonie gesichertworden, ohne daß es einen Augenblick nötig gewesen wäre, Kassen-scheine mit Zwangskurs auszugeben wie in den Zuckerkolonien.
Freilich kam der Bank hierbei die aktive HandelsbilanzIndochinas sehr zu statten.
Der Leihzinsfuß der Bank von Iudochina war im ganzenetwas höher als derjenige der alten Kolonialbanken. Eine Er-klärung hierfür ist für die Erntedarlehen oben schon gegeben.Das dort S. 120 Gesagte gibt uns vielleicht einen Fingerzeigauch für die anderen Geschäfte der Bank.
Die Geschäfte mit den chinesischen Kunden der Bankerfolgen stets unter Vermittlung eines Compradore, einer Artbestallter Makler, der die Geschäftsbedingungen festsetzt undzugleich das Zählen und Wiegen der Piaster und anderen Silber-münzen vornimmt. 1 ) Die Vermittlung des Compradore mußnatürlich den Darlehenszins erhöhen, ohne daß dadurch dieSicherheit der Bank vermehrt wird. Haben doch gerade dieseCompradores bisweilen eine Menge Wechsel gefälscht und da-durch der Bank ziemliche Verluste beigebracht. 2 )
Die Bank von Iudochina hat oft in demselben Geschäfts-zweige verschiedene Zinssätze in Anwendung gebracht. Ziehtman überall nur die niedrigsten von der Bank gewährten Zins-sätze in Betracht — diese werden wohl den Europäern undsonstigen sicheren Kunden zugebilligt sein —, so hat die Bankvon Indochina keineswegs teureren Kredit gegeben, als die altenKolonialbanken. Zweifellos steht aber fest, daß der Bank vonIndochina eine starke Herabsetzung des Leihzinses wie über-haupt eine Erleichterung und Verbilligung des Kredits zudanken ist. Der Kredit ist außerordentlich erweitert und auchdem kleinen Manne zugänglich gemacht worden; er ist nicht nurPrivatpersonen, sondern auch öffentlichen Körperschaften zugutegekommen. So hat die Bank der Kolonie Neukaledonien im
') Vergleiche das auf S. 125 Gesagte.
s ) Economiste francais 1898, ler sem. p. 905.
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