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Die französischen Kolonialbanken / von Otto Soltau
Entstehung
Seite
134
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134 II. DIE BANKEN VON NEÜKALEDONIEN, INDOCHINA UND WESTAFRIKA .

§ 29.

DAS ERGEBNIS FÜR DIE BANK SELBST.

Trotz aller Schwierigkeiten hat die Bank von Indochina gute Resultate erzielt. Dies verdankt sie zum Teil den FilialenSaigon und Haiphong , vor allem aber den Bankstellen in China,die sich äußerst rasch und günstig entwickelt haben.

Auch die Filiale Noumea auf Neukaledonien bewies, wasdort bei geschickter Geschäftsführung zu erreichen war. Wenndie letzten 1904 veröffentlichten Geschäftsziffern einen gewissenRückgang dartun, so hängt das mit dem Verfall der dortigenFleischkonservenindustrie zusammen, welcher unausbleiblichwurde, seitdem der französische Kriegsminister verordnet hat,daß kein Konservenfleisch aus Neukaledonien mehr für die Ver-proviantierung der französischen Armee verwendet werden dürfe.Auch der Arbeitermangel in Neukaledonien war ein Grund fürden Rückgang der dortigen Landwirtschaft. Die aufblühendeMinenindustrie ist jetzt fast das einzige Lebenselcment der Kolonieund wird schon aus diesem Grunde von der Bank von Indochina kräftig unterstützt. 1 )

Trotz der zahlreichen Filialen und Geschäftsstellen der Bankvon Indochina ist doch die Einheitlichkeit in der Bankleitungstets gewahrt worden. Die gegenseitige Unterstützung der Bank-stellen untereinander ist dank dieser Zentralisation überall raschund wirksam durchgeführt worden.

So wurden lokale Krisen leichter überwunden, und dasGesamtgeschäftsergebnis der Bank gewann an Stetigkeit. DieBank von Indochina verteilte 1876 eine Dividende von 5°/o,1877 eine solche von 8°/o, 1880 gar 10°/o. Seit 1885 schwanktedie Dividende mit zwei Ausnahmen zwischen 16 und 17.6°/o,stieg dann auf 20% (1896) und 30°/o (1903) und betrug 190536o/o.

In den 30 Jahren von 18761905 haben die Aktien derBank von Indochina einen Durchschnittsertrag von 17,73 °/oeingebracht und zwar:

') Berichte des Verwallungsrates a. a. O. 1899, 1900, 1903/05.