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3. Kapitel.§ 32.
DIE ENTWICKLUNG DER BANK.
Die Bank von Westafrika bestellt erst seit 6 Jahren.Doch läßt sich schon einiges über ihre Tätigkeit sagen. Auchdiese nach dem Typus der Bank von Indochina geschaffeneKolonialbank zeichnet sich durch eine vorsichtige Bankleitungaus. Dies kommt besonders darin zum Ausdruck, daß regel-mäßig ein Teil des Reingewinns, der als Dividende verteiltwerden könnte, zur Verstärkung der Reserve verwendet wird.Nach fünf Jahren beträgt diese 311 209 fr. Die Bank will lieberbescheidene aber stetige, als hohe aber schwankende Dividendenzahlen. In den ersten vier Jahren kamen: 5°/o, 5°/o, 6°/o und6 °/o zur Ausschüttung.
Die Diskont- und Darlehensgeschäfte der Bank bewegensich noch in mäßigen Grenzen; sie betrugen zusammen ca.
2 Millionen fr., woran die Diskontgeschäfte den größten Anteilhaben. Bemerkenswert ist die Entwicklung der Warenlombard-geschäfte, welche bei der Bank von Sönegal eine ganz unter-geordnete Rolle gespielt hatten. Dagegen hat die Bank nochkeine Erntedarlehen gewährt. Ferner zeigen die Kontokorrent-ziffern eine starke und steigende Aufwärtsbewegung. Währenddie Kontokorrenteinzahlungen der Bank von Senegal im Maximum
3 Millionen fr. betrugen, stiegen sie bei der Bank von West-afrika von 6,7 Millionen (1901/2) auf 26,4 Millionen fr. (1904/5)und ließen einen solde crediteur zugunsten der Bankkunden von2 269 657 fr. Das ist ein gutes Zeichen für den Kredit der Bank.
Auch der Notenumlauf, der fast 7 MilL fr. (30. VI. 1906)erreicht, weist eine starke Zunahme auf. Dabei besitzt die Bankeinen starken Metallbestand in Höhe von 3433 704 fr. (30. VI. 06).
Die Wechselgeschäfte haben seit Gründung der Bank einenbedeutenden Aufschwung genommen; sie betrugen 1904/5 19,2Millionen fr. und ergaben einen kleinen Überschuß der emissionsüber die remises.