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Mittelbetriebe, die auf deu Kauf von Futtermitteln angewiesensind, leiden besonders schwer an den Futtermittelzölleu; wird dochdie Einfuhr von Mais durch den Zoll von 30,00 Jl pro t aufsäufserste beschränkt und verteuert, noch mehr die von Futter-roggen durch den Zoll von 50 Ji. pro t.
In noch stärkerem Mafse als bei Rindvieh ist die Schweine-haltung in den Händen der kleinen Mittelbetriebe und Klein-betriebe. Entfielen doch 1905 von der gesamten Schweinehaltungrund 74 v. H. auf die Betriebe unter 20 ha.
Die kleinsten Betriebe haben keine eigene Zucht, sondernkaufen Ferkel oder Magerschweine, ziehen sie auf und machensie fett. Der Grofsbetrieb beteiligt sich neuerdings mehr undmehr au der Schweinezucht, namentlich die an Molkereigenossen-schaften angeschlossenen Güter, die die ihnen zurückgelieferteMagermilch und Molken zur Aufzucht verwenden.
In den kleinsten Betrieben dient die Schweinehaltung haupt-sächlich dem eigenen Konsum, wobei freilich nicht ausgeschlossenist, dafs von zwei Schweinen das eine zum Verkauf gelangt. DieSchweinehaltung in Deutschland unterliegt je nach dem Ausfallder Kartotfelernte und der der anderen Futtermittel aufserordent-lichen Schwankungen, ebenso schwanken entsprechend die Schweine-preise. Fällt die Ernte schlecht aus, so mufs der kleine Mann,da die Futtermittel für ihn nicht zu erschwingen sind, seineSchweinehaltung aufgeben oder aufserordentlich einschränken.Ferkel sind dann schwer verkäuflich, sinken enorm im Preis, auchdie Zuchtsauen müssen abgestochen werden, weil es an Futtermangelt. Einer kurzen Zeit starker Schlachtungen und gewal-tigen Preisdruckes folgt dann eine um so längere aufserordeut-lichen Mangels au Schweinen und gewaltig gestiegener Preise,von denen gerade aber die kleineren Züchter und Miister nichtshaben, weil sie dann eben nichts zu verkaufen haben. Der land-wirtschaftliche Grofsbetrieb kann diese Zeiten bedeutend besser