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Die Wirkungen des Schutzzollsystems in Deutschland / von Georg Gothein
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ebenso billig wie dem Ausland geliefert worden wäre, sie alleinmindestens 130 000 t Halbzeug mehr verarbeitet haben würdenund nicht nötig gehabt hätten, Arbeiter zu entlassen.

Ganz ähnlich lag die Sache im Walzdraht, worüber dieHandelskammer zu Düsseldorf in ihrem Jahresbericht pro 1902berichtete:

In Walzdraht machte sich der englische Wettbewerb geltend,weil deutsche Werke den englischen das Halbzeug zu so billigenPreisen lieferten, dafs die Engländer den Draht weit billiger her-stellen können. An den englischen Verbrauchsplätzen wardeutsches Halbzeug dauernd 10 Schilling pro t billiger als eng-lisches, was zur Folge hatte, dafs die deutsche Ausfuhr von Fertig-draht erheblich zurückging.

Und die deutschen Drahtziehereien und Drahtstiftfabrikenklagten, dafs sie gegen die holländische und belgische Konkurrenznicht aufzukommen vermöchten, da diesen der Walzdraht vonden deutschen Walzdrahtwerken soviel billiger geliefert würde alsihnen; diese aber entschuldigten das wiederum damit, dafs sienicht andere Preise auf den auswärtigen Märkten bekommenkönnten, da aus amerikanischen und deutschen Knüppeln in Eng-land gewalzter Draht in Holland und Belgien so billig angebotenwerde.

Der Vorsitzende von Palmer Shipbuilding and Iron Companyin Newcastle , die neben dem Schiffbau sogar eigene Hochöfenund Stahlwerke hat, sagte:

Hinsichtlich der Preisschleuderei der deutschen Fabrikatemufs ich gestehen, dafs wir Schiffbauer an der Nordostküste unsgratulieren können, das beste Material der Welt so billig kaufenzu können, f und trotzdem wir in unserem Interesse als Stahl-fabrikanten, die wir selbst Bleche und Winkeleisen fabrizieren,dagegen sein müfsten, dafs Bleche und Winkel verschleudertwerden,] müssen wir doch dem Auslande als Schiffbauer sagen: