und Eigentumsrecht ohne Entschädigung und ohne Defizit" und ver-pflichtete sich, dos Blatt in gleicher Weise an Ammann zurückzugeben,wenn er es nicht mehr fortführen könne oder wolle.
Es stand also damals um das unter so großen Hoffnungen insLeben gerufene Blatt sehr schlecht, und wer weiß, wie lange es nochweitervegetiert hätte, wenn es von Ick. Huttier nicht übernommenworden wäre. Der Uebergang des Blattes in Huttlers Besitz erfolgteam 1. Oktober 1857 und mit dem gleichen Tage nahm es einenanderen Titel an, nämlich den, welchen es heutenoch führt: Neue Augsburger Zeitung.
Später hat Ammann aus dem Wortlautdes Kaufvertrages vom 15. August 1857 ein Heim-fallsrecht auf das Blatt abgeleitet, ließ es sich abervon Dr. Huttler am 1. Juni 1861 um 194 Guldenabkaufen und gab dann am gleichen Tage ur-kundlich die Erklärung ab. „daß er sowohl fürseine Person als auch im Namen der noch allen-falls vorhandenen Comite-Mitglieder auf diesesRecht vollständig verzichte. Das Blatt „Stadt-und Landbote", nunmehr „Neue AugsburgerZeitung" genannt, soll fürder eigenthümlich demDr. Huttler gehören. Niemand anderer, auch kein
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12. Mai 1865 an C. B u s ch, der nicht nur in der Augsburger Post-zeitung vom 9. Juni 1866 bei Gelegenheit mehrtägiger Abwesenheitdes Chefredakteurs Birle „ein Schnaderhüpfl höchst illoyalen In-halts" einschmuggelte, sondern auch in der Neuen Augsburger Zeitungvom 10. Juni mit einem die Bürgerschaft beunruhigenden Artikel zueinem schweren Konflikte Anlaß gab und deshalb am 14. Juni 1866seine Entlassung erhielt. Pom 18. Juni 1866 bis zum 1. November1879 lag die Redaktion in den Händen von Philipp Pfeusser.
Vom 3. Februar 1880 bis zum 26. September 1893besorgte sie Alphons Planer, dem wir schon beider Augsburger Postzeitung begegnet sind, undvom 3. November 1893 bis zum 27. März 1899Joseph Raste r. Ihm folgten am 28. März 1899Jakob S e i w e r t, 10. April 1901 JosephCremerius, 2. April 1902 Michael G e ß n e r,26. Dezember 1904 Joseph Osterhuber,18. September 1906 Ludwig K a u l, 2. April 1908Dr. Rudolf B e r l e u n g, und am 5. April 1911Karl S ch r e g l e, der noch heute Chefredakteurdes Blattes ist.
Was die Entwicklung der Neuen AugsburgerZeitung anbelangt, so hatte sie nicht entfernt mit
Das Heiin öerAugsburger Ao/t^eitung
1. von 1687—1727, öznn Ivleöer von 1828 6e:n>.18Z4—1847 48 und von 18S8—1861,
2. von 1727—1828 6e-w. 18Z4,
1. von 1847 48—18S8,
4- von 1861—1820.
Aktien - Theilnehmer, soll Eigenthumsansprücheauf diese Zeitung haben."
Die Erwerbung des Blattes durch Dr. Huttlerwar für seine Entwicklung und Zukunft vongrößter Bedeutung. Nicht nur, daß er es durchgediegene und volkstümliche Schriftleitung beliebtzu machen verstand, er erkannte auch die Wichtig-keit eines guten Inseratenteils, und um das Blattmit einem solchen ausstatten zu können, nahmer vom Jahre 1858 an das von dem BuchdruckerJohann Michael Kleinle, bei welchem er seineZeitungen drucken ließ, im Jahre 1857 gegründete,
„Allgemeiner Anzeiger" oder, insoferne er anöffentlichen Orten angeschlagen wurde, auch„Plakatanzeiger" genannte Jnserarenblatt inseine Administration, um es fortan der NeuenAugsburger Zeitung beizudrucken, und am24. Februar 1859 kaufte er es dem Kleinle mit allen Rechten desEigentums und Verlags um 450 Gulden ab. Im Laufe der Zeit gingdieser Allgemeine Anzeiger, soweit er Jnseratenbeilage gewesen war,im Inseratenteile der Zeitung aus. Als Plakatanzeiger aber bestehter heute noch und wird als Vergnügungstafel der Neuen AugsburgerZeitung auf jeden Sonntag an sämtlichen Plakattaseln der StadtAugsburg angeschlagen.
Die Redaktion der Neuen Augsburger Zeitung führte in denersten Jahren Ick. Huttler selbst und wohl auch noch in der Zeitvom 1. Juni 1859 bis 9. Februar 1862, in der L. W. Jörg, welcherder Expedition vorstand, verantwortlich zeichnete. Vom 9. Februar
den Schwierigkeiten zu kämpfen, welche sich derAugsburger Postzeitung in den Weg stellten. Zwarwurde auch ihr mitunter, namentlich in der Zeitdes Kulturkampfes, das Leben oft recht sauer ge-macht, aber nur um so zahlreicher scharte sich dasjedem Terrorismus abholde Volk um das Blatt,und so konnte es bereits im Februar 1877 die„Feier des Eilften Tausend's der Auflage" be-gehen. Als Dr. Huttler starb, 1. Dezember 1887,hatte es bereits 15 000 Exemplare überschritten.Die Feier des Zwanzigsten Tausends beginges am 23. Dezember 1894, die des dreißig st e nTausends am 12. April 1902, und noch das laufendeJahr wird die Angehörigen des Geschäftes ver-sammelt sehen, um in Verbindung mit mehrerenim vorigen Jahre wegen des Neu- und Umbauesverschobenen Jubiläen die Feier des vierzig-sten Tausends der Auflage festlich zu begehen.
Was bei dieser Entwicklung das Blatt in den seit seiner Wieder-geburt bis heute verflossenen 55 Jahren für Kirche und Vaterlandgeleistet hat, wer möchte das ermessen? Jedenfalls aber kann unddarf ohne Ueberhebung gesagt werden, daß der Neuen AugsburgerZeitung ein Großteil des Verdienstes zukommt, daß der Reichstags-wahlkreis, in welchem Augsburg mit seiner großen Industrie liegt,noch bürgerlich vertreten ist, und daß auch in den übrigen schwäbischenund benachbarten oberbayerischen Wahlkreisen, die in den 70erJahren in Zentrumsbesitz übergegangen sind, destruktive Tendenzenin der Folgezeit nur in ziemlich bedeutungslosem Maße Poden1862 bis 12. Mai 1865 war A. Degenhart Schriftleiter und vom / finden konnten. Das haben dem Verlage im Laufe der Jahre, nament-