Von öer Papierrolle
Schüchtern klopft es an die Türe, und mit gemütlicher Baß-stimme ruft jemand: „Herein!" „Guten Morgen!" Ich stehe imKorrektorenzimmer des alten Gebäudes der „Neuen AugsburgerZeitung". Der eine liest ganz monoton: „Köchin gesucht zum1. Oktober" usw., der andere liest mit. „Grüß Gott", erwidern diebeiden alten Herren, ohne einen Blick wegzutun von ihrenManuskripten. „Da bringe ich den Kursbericht." „Schön", murmeln
rur /ertigen Leitung.
/ widmet der „schwarzen Kunst" aus einige Augenblicke sein Staunen.
> Aber es gibt noch ganz andere Geheimnisse im Zeitungsbetrieb, als) die letzte „Instanz", die Rotation. Mein Wissensdrang, wie eine Zei-
> tung wird, wurde ja später in vier Jahren Redaktionstätigkeit mehr
> als genügend gestillt. Und so darf ich mir wohl erlauben, in etwas diec Rolle einer gewissenhaften „Auskunftei" zu spielen. Aber bevor ich§ beginne, mutz ich noch bemerken, daß den nachstehenden Ausführungen
W» -
Verlags öesnite und Kaulmänni/Hes personal.
Unter- Ncik- <-->» links nach r-lhts>: Lrl. Irma L ch m - i n b-rg-r; L-hips-l, Cr-ss-üitor; N-bstack, Ob-rbnchknlt-r nnü Unnptkn/Pier ;örij/cHol, e^p-üitionsvorgnnü unü U-6larn-l§-f; LlHmiö, v-rlnZs/^-kr-tÄr; vriek; 5-l. iiorc e n--ns k e rg - r.
Ob-r- N-ik- lvon links nach celHts): Lchni-ufi; Li-gl-in; Ni-ü; Kops; Lutz lMiinch-n-r S-schLstsfi-ll-j; Rornb-rp-r lDrulk-r-ibuchknlterl ;
si-üler lMiiNlHener 9-stHöstsis-U-I; ihrrbp Mkquisitellrj; ^t-Ln-r.
die beiden und lesen ruhig weiter. „Adieu!" Und ganz mechanischmurmeln die beiden wieder: „Adieu!" So ging es jahrelang fort.
Warum ich diesen Dialog als Einleitung verwende zu einerErzählung, wie die Zeitung entsteht? So oft ich diesen Kursbericht,
Hiliallervorplay üer lt?cs>eüi1ion.
der heute noch in der „Neuen Augsburger Zeitung" steht, in demZimmer der beiden Männer abgab, hätten sie, wenn ihnen bei ihrerdringlichen Arbeit ein Aufschauen möglich geworden wäre, von meinemGesichte ablesen können: „O zeigt mir doch auch einmal, wie so eineZeitung gemacht wird; ich möchte es gar zu gerne wissen." So denkeich, wird es auch vielen Zeitungslesern gehen. Bleibt doch jeder, derdie Rotationsmaschine rasseln hört und durch ein Fenster einen Teilder Zeitungsmnschinensäle überschauen kann, unwillkürlich stehen und
die redaktionellen und technischen Verhältnisse der Neuen AugsburgerZeitung zugrunde liegen und zwar nach der Vergrößerungdes Formats und dem großartigen Umbau.
Fast gleichzeitig mit dem technischen Personal, früh, sehr früh
L,*peöitlon der Veuen Uugsburger Ieitung.
für solche, die sich als Langschläfer ansprechen lassen müssen, kommendie Redakteure in den Betrieb, denn sie sind die Quelle für dentextlichen Teil der Zeitung. Folgen wir ihnen und betrachten einmaldas bunte, weitverzweigte Tätigkeitsfeld der
Redaktion
einer Tageszeitung, so wird dadurch vielleicht mancher von uns ver-anlaßt, der Arbeit eines geplagten „Zeitungsschreibers" mehr Respektentgegenzubringen, als ihm bis jetzt in Unkenntnis einer solchen kom-