Druckschrift 
Die Wol-eingerichtete Buchdruckerey : mit hundert und ein und zwanzig Teutsch- Lateinisch- Griechisch- und Hebräischen Schrifften, vieler fremden Sprachen Alphabeten, musicalischen Noten, Calender-Zeichen, und Medicinischen Characteren, Jngleichen allen üblichen Formaten bestellet, und mit accurater Abbildung der Erfinder der löblichen Kunst, nebst einer summarischen Nachricht von den Buchdruckern in Nürnberg ausgezieret ; Am Ende sind etlichen kurz-gefasste Anmerckungen von der Hebräischen Sprach angefüget / [Joh. Heinrich Gottfried Ernesti]
Entstehung
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__ und etlich anderer be

omni r^ricine et linAua optime merito, in riomini^sui mcmvrism immort^lem ^äsm (Ze1tQU5 posuit^cM eju5 in ecclelia v ^rancilci ^oZuMise fenci-rer cub3nr. Da doch fonsten die Maynzer den Jo-hann Faust für den Erfinder erkennen. DieserFaust hat den Peter Schesser / als welcher ihmsonderlich gute Dienste gethan / an Kindesstatt anund aufgenommen/ und ihm feine Tochter Christi,neu zur Ehe gegeben: mit der er den JohannScheffer erzeuget: welcher/ als des Faustens Emkel/ mit Johann Schotten, einem Enkel des Mentelins / ämuliret/ indem ein jeder die Ehre feinesGroßvaters dcftndiren wollen. Besagter Faust sollvon allen seinen Dienern einen Eid genommen haben/daß sie von. der Km?'? nichts ausschwatzen wollen:auch soll nie alles in der Ossicin über"Nacht bei-stimmen styn gelassen worden; fondern es hat / demVorgeben nacö/ ein jeder einen Theil der Buchst^ben und Instrumenten n;it sich nach Haufe getraugen» Als nun endlich die Bibel völlig verfertigetwar/ fo zog Faustus damit nach Paris/ und vet>kaufte daselbst ein «stück um 60 Cronen / da manvorliero eine geschriebene Bibel um 4 bis 500 Cro'-neu bezahlen miWn. Anfangs verwunderte mansich/ wie verschiedene Eremplarien in allen Letternund Puncten fo gar gleichförmig harten könnenverfertiget werden: als es aber rucbrbar worden/wie es damit zugegangen/ und inzwischen Faust/ dergerne bald zurück gckehret wäre/ die übrigen Exemplanen inwolfctlern Preis/ um 50/ 4Oundwenbger Cronen losgesthlagen: fo vermeyneten die er^stcn Kauftre/ sie feycn von ihm hintergangen wor-

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ühmter Buchdrucker. _

den; brachten alfo die Bibeln wieder/ und fordenten ihr Geld zurück. Faust tonte und wolte sichdarzu nickt verstehen; und also muste er sich in al-ler Eil aus Parts und Frankreich wieder hinwegmachen. Ob ilnn nun schon der erste Markt nichtzum besten gelungen war/ fo fuhrete er doch dasWerk fort / lind findet man bis in das Jahr 1466oder 1468 von ihn: zu Maynz gedruckte Bücher/um welche Zeit er etwa dieses Zeitliche gesegnet/als Tenzel bereits angemerket. A. 1467 hat Pe-ter Schesser schon allein für sich gedrucket; wie aus

des belobten ^licd. ^sirraire /wn^Iidus t/xvFrapKi-

eis des mehrern Zll ersthen.

Ich tan mich allhier nicht entbrechen/ statt allerLob-Sprüche/ welche dieser Kunst so häufig beige-l leget werden / anzufügen / in welch Ehren und Wur-den die Kunst-Verwandte anfänglich gehalten wor-den/ davon Sigmund von Birken in des Ocsterr.EH-remSpicgcls 5 B. llnd 2 Cav. zeuget. Dannenherowurden dicft Txunst Verwaiidte anfangs von je-Hermann beehret und bereichere; rme denn 7^. ^rie-drichsiS/ Gold zu tragen/ auch sonsten dem Adelund den Gelchrrcn gleich bcfrcier; und ii;sonder-heit den Schrissc-Scyern einen?!dler/ den Dru-ckern aber einen Gr nf/ mit den Drucker-Valienin der einen Alaue/ und beede Lvappen mit offe-,:e»n Helm/ verliehen.

Die Könige in Engelland haben die ersten Buch -drucker unter ihre vornehme Bedienten anfgcnoimmen/ sie mit stattlichen Privilegien verfehcn/ und

c 2 Sorge