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Christian Thomasens Von Der Kunst Vernünftig und Tugendhaft zu lieben : Als dem eintzigen Mittel zu einem glückseeligen, galanten und vergnügten Leben zugelangen, Oder: Einleitung Der Sitten-Lehre ; Nebst einer Vorrede, In welcher unter andern der Verfertiger der curiösen Monatlichen Unterredungen freundlich erinnert und gebeten wird, von Sachen, die er nicht verstehet, nicht zu urtheilen, und den Autoren dermahleins in Ruhe zu lassen
Entstehung
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Untercham'gste Zuschrift.

er selbst denen Hurern und Ehebrecherndas Reich GOttcs eher verspricht / alsdenen EhrgeiyigenMarisaern. Sowird auch endlich derGeiy eincWurtzelalles Übels genennet/ und ausdrücklichgemeldet/ daß es leichter sey/ daß ein Ca-meel durch ein Nadelöhr gehe/ denn daßein Reicher/ der das Hertz an das;Reich-thum hanget, in das Reich GOttes kom-me/ und an einem andern Orte wird aber-mahls unter dem Gleichniß vom Auge ge-meldet/ daß/ wenn das Auge ein Schalcksey, auch der gantze Leib finster sey / wel-ches nicht unförmlich auf den Gcitz appli-ciret wird / weil derselbe/ wie gedacht/durch die AugenLust pfleget angedeutetzu werden. So wenig aber als man Ex-empel von solchen Menschen antrift/ diedie vernünftige Liebe in einem sehr ho-hen Grad besitzen / sondern mchrentheilsbey denen Tugendhaften viel Schwach-heiten von Wollust/ Ehrgierde und Geld-Liebe mit unterlauffcn s so wenig kön-nen wir auch sagen/ daß die drey Haupt-Lasier, ob sie gleich viel öfters in einem ho-hen Grad angetroffen werden als dievernünftige Liebe/ jedes für sich alieinesey/ sondern es sind dieselbigen gleichfalls

mit