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Christian Thomasens Von Der Kunst Vernünftig und Tugendhaft zu lieben : Als dem eintzigen Mittel zu einem glückseeligen, galanten und vergnügten Leben zugelangen, Oder: Einleitung Der Sitten-Lehre ; Nebst einer Vorrede, In welcher unter andern der Verfertiger der curiösen Monatlichen Unterredungen freundlich erinnert und gebeten wird, von Sachen, die er nicht verstehet, nicht zu urtheilen, und den Autoren dermahleins in Ruhe zu lassen
Entstehung
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:oo Das 5. H von der allgemeinen.

z. Denn es ist anfänglich eine allgemeinüGleichheit, die man bey allen Menschen an,trift, sie mögen seyn von was Stand, Mer undNation sie wollen. Diese Gleichheit bestehet invermenschlichen Z75amr, und kan durch keineUngleichheit, sie möge Namen haben wie sie wolle,aufgehoben werd.".'.; Sondern bindet den mäch-tigsten Ronig und den ärmsten Ncttler, den gw-sten seligen imd den verdammtesten Reyer, dengelehrtesten Mann und den unverständigstenBauer zusammen, und verdienet wohl, daßwir sehen, aus was für Theilen diese Gleichheitbestehet.

4. Alle Menschen werden auf gleiche Weisegezeugetund gebohren, sie können ohne Essenund Trincken, Kleider und Wohnung ihr Ä.ebcnnicht erhalten; der Überfluß der Speise undTrancks wird bey einem wie bey dem andern zustmckendcn Unflath. ,Sie sind alle denenRranckheiten uuterworffen, lind müssen ster«den, und der Tod machet sie alle gleich. Istgleich einer unverständiger lind lasterhafter alsder andere, so haben sie doch alle gleiche c^-?c/.tat weise und tugendhaft zu werden; oder deut,iicher zu sagen, sie sind alle gleich unfähig durchihre eigene Kräfte zur wahren Tugend zu gelan-gen ; Und m gleicher Weise als ein Weiser inseiner Weißheil sich vergehen, vdev derselbendurch Kranckheit beraubet werden kan> ein tu-gendhafter aber vielen Schwachheiten unter«