Antiquarischer Briefe zwey und zwanzigster.
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sein Werk seyn könnte, wenn cr auch kein Steinschneider gewe-sen wäre? wenn cr ihn nehmlich blos gefaßt hätte? OhneZweifel paßt dieses zu seiner anderweitigen Kunst besser; undHcrodotus scheinet in der That auch nichts anders sagen zu
Wollen: i^v vt o'lppTss^ ?7^v xcs>o^>xx x?^"^c>csx?o^ — 6x xj>-
^/ov Gxo<su)pov ?c>^ i'^X.xxX.xo? z«^i.lo^. ,,^)olykratcs hatte„einen in Gold gefaßten Stein, welcher ein Werk des Thco-„dorus war." Ich verstehe, in so fern er gefaßt war; nichtaber, in so fern cr irgend eine eingeschnittene Figur enthielt.Denn cs ist falsch, was Kuhnius (°) und andcre sagen, daßci-cp9«^t? nothwendig einen Ring mit einem geschnittenenSteine bedeute; cs kann eben so wohl einen Ring mit einemblossen ungcschnittcnen Steine bedeuten. Denn Pollux sagt
ausdrücklich: l^) o^ui ( cr^w^Foc?) ?01^ xirio'-i^i.o^ <5oex7-v-^.touc? u?>><z^^oc^ov, ?c>lu^ cr^l«'l'?^>oi, Xc^oi.^ cx^?ol^
x^ov?«?. und beym Thcophrast heissen o-^p^tFl« durchgängigalle Edelsteine überhaupt, wie man sie in Ringen zu tragenpflegt, ohne Absicht auf darein gegrabene Zeichen oder Bilder.
Indeß ist cs auch nicht zu leugnen, daß o-ipp«^ öftersim engern Verstände das x>c^«)/Llov, das Bild, die Figur be-deute, welche auf den Stein geschnitten ist, und sich in demWachse abdrückt. Za, eben diese Zweydeutigkeit scheinet mirdie Ursache zu seyn, warum man in der angeführten Stelle desHcrodotus einen Steinschneider zu finden geglaubt, wo mannichts als einen Goldarbeitcr sehen sollen. Was bey dem Hc-rodotus O-kMi^c? o^i.«9«^<5ov ^i^c>^ xo^cr« heißt, heißt beydem Pausiinias l^^) 7-0^ X.t^o'u 7^>; <?^l^v«^-6o^ <?q,ji«^t^:lind man muß sonach erst dieses wiederum in jenes übersetzen,wenn man sich nicht eine ganz falsche NorstMing davon ma-chen will.
Ich halte mich bey dieser Kleinigkeit auf, weil es mir vor-kömmt, als habe nns Plinius die Epoche dcr crfundcncn, odcrin Griechenland wenigstens bekannter gewordenen Kunst in
2^tzcl)-lük^ liifsereb.int »5o riov ösxr'vXlu,, in eo, «>»«>>quirilüm I>.i!i!^,i»> insciilv«^ in xeinmi«. lu Inllic» »>I L,el. Ilik», vs>'.(°°) I.il>. V. lexm. t00.(°°°) I-idr. VIll. p> 0Zg. LtnI. KnluLeslings Werke vill. 5