Antiquarischer Briefe fünf und zwanzigster.
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Das Verboth, oder die stillschweigende Uebereinstimmung derMenschen, die Smaragde nicht zu schneiden, kann nicht mitder Kunst zugleich entstanden seyn. Dabey mußten Erfahrun-gen voraus gesetzt werden, wie wenig der Schnitt dem Sma-ragde zuträglich sey: und so nach widerspricht sich Plinius auchhier so wenig, daß er sich vielmehr bestätiget.
Fünf und zwanzigster Brief.
Was ich aber zu so vielen geschnittenen Smaragden sage,die sich in den Cabincttcn finden?
Daß es keine wahren Smaragde sind; daß es Steine voneiner geringern Gattung sind, welche dem alten Smaragde mehroder weniger bcykommcn.
Die meisten dürsten vielleicht das seyn, was die ItalienerPlasma di Smeraldo nennen. PlaSma di Smeraldo,sagt Hr. Winkclmann, ist die Mutter oder die äussere Rindedes Smaragds . Ich will ihm das hier nicht streitig machen:aber erlauben Sie mir eine etymologische Anmerkung über dasWort Plasma. Man würde sich sehr irren, wenn man esfür das Griechische ^«c?^>.« halten wollte. Es ist weiter nichts,als das sanfter ausgcsprochnc Prasma; denn Zanetti,(^) undandere, schreiben allezeit prasma, anstatt Plasma, äi Smoralclo;und Hr. Lippert macht daher ohne Grund Plasma und Prasmazu zwey verschiedenen Steinen. Er ist auch ganz falsch be-richtet, daß die Italiener unter Plasma einen gräulich gespreng-ten Hornstcin verstünden. Weder einen Hornstein, noch weni-ger einen gräulich gesprengten! Vielleicht zwar, daß das letztereblos bey Hr. Lippcrtcn verdruckt ist, und es anstatt gräulich,grünlich hcissen soll. Was er Plasma heißt, muß eben derStein seyn, den er anderwärts Prasma nennt; und an einemdritten Orte, Pras (5). Denn kurz, Plasma und Prasma undPras ist alles eins.
Aber wie das? Alle drey sind nichts als der k>ratms,
(') Anmcrk. zn der Gesch. der K. S. 48.(°°) »AetvI. Sanett. p, 17.
Dactyl, Erstes Tausend Nr. 178. und zweyte» Tausend Nr. 39t.(f) Ebend. f. Erstes Tausend, Nr. 270.