Druckschrift 
8 (1839)
Entstehung
Seite
91
Einzelbild herunterladen
 

Antiquarischer Briefe acht und zwanzigster.

Und warum soll es, warum kann cs denn nicht bey demVerstände bleiben, den die Worte des Plinius nach ihrer ei-gentlichen Bedeutung geben? Warum soll denn nun, mit Ge-walt, alle Erwähnung der Diamantspitze aus dieser Stelle ver-drengt werden?

Hr. Klotz giebt ja zu, daß die Steinschneider die Diamant-spitze brauchen, und wenn es auch wahr wäre, daß sie sienur dazu brauchten, wozu er sagt; wenn es auch wahr wäre,daß die alten Künstler gleichfalls sie nicht weiter gebrauchthätten: würde sie dem ohngeachtct nicht verdienen, unter denWerkzeugen der Steinschneider genannt zu werden?

Was will denn Plinius hier mehr, als ein solches Werk-zeug nennen? Er spricht ja nicht von der Kunst überhaupt;er sagt ja nicht, daß dieses Werkzeug das einzige sey, welches'die Kunst brauche; er merkt ja nur an, daß gewisse glücklicheSplitter von zerschlagenen Diamanten von den Steinschneidernsehr gesucht würden, daß sie ihnen sehr zu Statten kämen, weilsie allen harten Steinen damit abgewinnen könnten.

Wie gesagt; wenn die Diamantspitze auch nur den Nutzenhätte, den ihr Hr. Klotz giebt, warum sollte Plinius diesenNutzen nicht hier haben anmerken dürfen? Und hat sie gar einennoch grössern, den Natter selbst, wie ich gezeigt habe, cingestcht:so begreife ich vollends nicht, warum man Schwierigkeit macht,ihn hier bey dem Plinius zu finden.

Neun und zwanzigster Brief.

Ich habe gesagt, PliniuS erwähne in jener Stelle der Dia-mantspitze als eines einzeln Werkzeuges, nicht aber als des ein-zigen: denn in andern Stellen erwähnt er anderer Werkzeuge.

Wo er lehret, wie falsche Edelsteine zu erkennen, kömmter auf die verschiedne Härte der wahren, und sagt:(") t-mtacM'orvntia ckt, ut al'iN lerro Ivalpi non pottiilt, alise non niti r<z-tnto, verum omnos ittl-»mkmtv. plurimum vvio in kis torvbisrumprolieit tervor.

'

(°) 5>>Iir. XXXVll. leot. ?«.

/