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auch nur als einen sehr entfernten Nachahmer des Catulls: erist bey weitem kein Lorm, der, nm eben diese Zeit, seinenLandsmann mit allen den offenbarsten Fehlern nachahmte, undbesonders in der Rauhigkeit des catullischcn Pentameters eineSchönheit suchte, die nur für ganz eigene Ohren seyn kann.Zwar wenn Cotta dieses in dem Geiste that, in welchem esschon zu der Zeit des jungem Plinius geschah: so habe ichnichts dagegen. Denn schon damals bediente man sich zu Rom der Schreibart des Catulls, so wie letzt französische Dichter sichder Schreibart ihres XNarors dann und wann bedienen. Nichtals ob diese Schreibart noch jetzt die reinste, und richtigste, undbeste wäre: sondern bloß, weil ihre veralteten Ausdrücke undWendungen zum Theil kürzer und kräftiger sind, überhauptaber Nachlässigkeiten erlauben, die der Dichter in der jetzt üblichenSprache auf keine Weise wagen dürfte. ?»eit vertus, schreibtPlinius von dem Pompefns Saturninus (°), Duales l^stullusaut Lslvus. tjuantuni illis Ivsmris, cluleotlinis, smarituäims,smoris interit! jÄne, lvll llata onora inolliutculos, leviukculos-«zuo, 6ur!usculos yuosdam: vt Iioe, ljugj'l LatuIIus aut l^alvus.Mich dünkt, es ist kein Wunder, daß uns von diesen Versendes Sarurninns nichts übrig geblieben: wer sich nicht in derSprache seines eigenen Zeitalters auf die Nachwelt zu kommengetrauet, nimmt vergebens zu einer ältern seine Zuflucht. DieNachwelt hat genug zu thun, wenn sie auch mir die Musterin jeder Gattung aufheben soll; und es ist nichts mehr alsVerdienst, daß der originale Martial, vor dem vollkommenstenNachahmer des Catulls, auf lins gekommen ist; wenn es auchschon wahr wäre, daß Catull selbst dem Martial unendlichvorzuziehen sey.
(3.)
Ich ergreife diese Gelegenheit, eine kleine Entdeckung anden Mann zu bringen, die ich einst über den ersten Wicder-auffinder des Catulls, gemacht zu haben glaubte; und von de-ren Ungrundc ich auch jetzt nicht so völlig überzeugt bin, daßich sie nicht wenigstens für geschickt hielte, eine glücklichere ein-leiten zu können.
(°) l-p. 16. !/>>>. i.