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Vermischte Schriften, erster Theil.
nicht weniger, als in den Händen der Kunst. Zch begreife auchnicht, wie beide Stücke die Eine inniger vermischen könne, alsdie Andere; da sich die Natur selbst keiner andern Hülfsmitteldazu bedienen kann, als die Kunst von ihr entlehnet. Zch weißwohl, daß Plinius dem natürlichen Elcktrum, dem Golde, wel-ches die Natur selbst mit einem Fünsthcil Silber vermischt hat,eine Eigenschaft zuschreibt, die er dem künstlichen Elcktrum so-nach abspricht, weil er sie namentlich nur jenem beyleget, (juoäott nativum, sagt er, et vonens, äe^rvlioinlit. Aber die Sachewürde nicht sehr wahrscheinlich seyn, wenn sie auch schon nicht,durch die ungereimte Unterscheidung zweyer Dinge, an denennichts zu unterscheiden ist, noch unwahrscheinlicher gemacht würde.Grillen, die kaum der Widerlegung werth sind: denn kurz,vora vloctr» sind dem Martial allerdings hier eigentlicher wah-rer Bernstein, wahres Elcktrum; und nicht jene bloß so genannteMischung Goldes und Silbers. Daß er aber von dem Bcrn-steinc sagt, tlsvo racliat mvwllo, das hat freylich alle diejenigenverwirren müssen, welche nicht wußten, oder sich nicht crinncr-tcn, daß die Lateiner das Wort Netallum nicht bloß von den-jenigen mineralischen Körpern brauchen, von denen wir es letztbrauchen, sondern mehrere kostbare Massen, die aus der Erdegegraben wurden, damit belegten. So nennet Martial selbst,den laconischcn Marmor, welcher auf dem TaMtus gebrochenward, grünes Metall: (*)
Illie l'a^geU viront lnowll».Za, wenn dieses und mehrere ähnliche Exempel auch nicht wä-ren, warum könnte in unserer Stelle das llavo motallo nichtauch bloß von der Farbe des gelben Metalls verstanden werden?Und wenn Martial in diesem Verstände sogar von der gclblich-tcn Wolle der spanischen Schafe sagen dürfte:
Voller» nalivo pallont ulii üava iiivlglla;lediglich mit Beziehung auf die Farbe des kostbarsten allerMetalle: warum hätte er nicht auch von dem Bernsteine sa-gen dürfen:
VeiÄ minus llavo r-ttlianl oleetiÄ melallo;
(°) l.i„. VI. »p. 42, («) ix. °i>. «s.
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