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1/2 (1834)
Entstehung
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Erfindung der Schreibekunst. 11

Erde verkriechen oder wie die Frösche im Wasser untertauchen,oder wie die Vögel durch die Luft entfliehen, so werden wirden Pfeilen der Scythen nicht entrinnen und demnach nichtin den Besitz ihres Landes kommen, i) Um nicht endlich dasganze Thierrcich zu symbolisiren, sahen sich die ägyptischenPriester genöthigt, auch willkührliche Zeichen unter dieHiroglyphen aufzunehmen. Dadurch entstand eine gemischteSchrift, deren sich die Priester von nun an hauptsächlich zuihren wissenschaftlichen Werken bedienten, daher sie auch dieGelehrten- oder Priesterschrift hieß, zum Unterschiedevon der reinen Hieroglyphenschrift, die bei öffentli-chen Denkmälern gebraucht wurde.

§. 4.

Bei allen diesen Fortschritten der Schrcibekunst bliebaber dieselbe immer nur auf die Bezeichnung von Sachen undBegriffen beschränkt. Durch die Aufuahme ganz willkührlicherZeichen unter die Hieroglyphen mußte mau indessen bald aufden Gedanken verfallen, auch willkuhrlichc Charaktere für ein-zelne Worte zu gebrauchen, nnd bezeichnete nun z. B. einHaus durch ein Kamccl durch 2; eine Hacke durch j?;einen Zahn durch s, ^ - dadurch entstand nnn die

vierte oder die Wortschrist.

§. 5.

Man mußte indessen bald zu der Ueberzeugung gelangen,daß diese Art zu schreiben nie vollständig zu erlernen sey,indem deren Erfindung so vieler besonderer Charaktere bedürfte,als die Sprache Wörter hatte. Da nun eine Sprache sowenig, als der Kreis der Begriffe, deren der menschliche Ver-stand fähig ist, sich als geschlossen denken läßt, so hätte manfür jeden neuen Begriff ein neues Wort und zur Bezeichnung

1. ) vlkm. ^Vlex. Strömst. I/. V. p. »72.

2. ) Busch a. a. O. S. 301.