106 Erstes Buch, Dritter Abschnitt.
Klostergeistlichen - sah man besonders ans schone Handschrist/wodurch sich dieselben ganz vorzüglich empfahlen und ihreAufnahme beschleunigen konnten. Hinsichtlich der Schönheitder Schrift zeichnen sich die Urkunden ans dem 13. und 14.Jahrhundert sehr vortheilhaft vor den späteren des 15. und16. Jahrhunderts, also nachder Erfindung der Bnchdrnckerknnst,ans, und erregen noch jetzt allgemeine Bewunderung.
Allein das Abschreiben war immer mit einem so großenZeitaufwande verbunden, daß ungeachtet der großen Zahl vonAbschreibern, die geschriebenen Bücher seilen'blicken, und mitso hohen Preisen bezahlt wurden, daß selbst reiche Leute sichdicftlbcn nur in geringer Anzahl verschaffen konnten. EineBibel wurde oft mit" Tausend Goldguldcn bezahlt, und diealten römischen Gesetzbücher hatten einen so großen Werth,daß oft große Rcchtslrbrer, wie z. B. der berühmte Accur-sius nicht zum eigenthümlichen Besitz des römischen Gesetz-buches gelangen konnten. Nach dem Bürgrrauflaufe zu^traö-bnrg, 1300, klagte Johannes von St. Amarime vordem Bischof Friedrich, daß ihm unter anderen zwei Bücherweggetragen worden seyen, das Eine heiße: äigestninvetu«, das Andere: <Zevi-etates, und sprach: „«lax iweckik 5! vveX L u vIi 1 ideI' ^ oIell , «I ii n n ViorXiKAlnrlc «Über." Im Jahr 1057 kaufte die Gräfin Agnesvon- Anjou ein Hvmiliarium des. Bischofs H a i m o vonHalberstadt um 100 Schafe und noch eine Menge Früchte;-)i. I. 1400- das Kloster St Michel zu Lüncburg nennMannscriptc, lauter Commentare über die Decretalcn, aussereinem Land- und Lchurcchts-Richtsteig, für 115 rheinischeGulden; 1427 der Eichstädtische Domherr Hans Prahseleinen Livius für 120 Goldgnldcn und erstand sich bei Florenz ein Landgut dafür; um 1470 kaufte Donat AcciajuoliPlutarch's Parallelen für 80 Goldgulden und Sencca's Episteln
1. ) Schaab a. a. O. 3r Thl. S. 3K2.
2. ) Alsliillon ^nna^« nrcl. s. Sc»«>Iicti. IV. VI. n. <>.