Druckschrift 
1/2 (1834)
Entstehung
Seite
131
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Erfindung verschiedener Künste :c. 131

fruchtlosen Versuchen ihres Urhebers verdankt, muß nothwendigdurch die Betrachtung der Werke und Erzeugnisse anderer,ihr ähnlicher Künste entstanden nnd erst nach und nach inverschiedenen Abstufungen und Verwandlungen zu dem aus-gebildet worden seyn, was sie ist nnd seyn sollte. Dieß warauch bei der Buchdruckerkunst der Fall, welcher die Erfindungmehrerer anderer Künste, die als Vorspiele derselben zu be-trachten sind , vorausging.

Die älteste vntcr allen ist ohne Zweifel die schon allenkultivirteu Völkern des Alterthums bekannte Knnst, Inschriftenauf Holz, Stein und Metall in erhöhter oder vertiefter Arbeiteinzugraben, um ihre Erfahrungen und Gesetze, das Andenkenwichtiger Begebenheiten, oder die Thaten und Namen aus-gezeichneter Männer der Nachwelt zu überliefern. Wie dieAegyptier ihre Götter in Holz und ihre Hieroglyphen ansPyramiden und Obelisken, so ließen, nach Homer , dieFürsten Griechenlands ihre Gesetze auf hölzerne Tafeln ein-graben. Solchen Tafeln waren auch Solon's Gesetze undNuma's religiöse Gebräuche auvertraut- Nicht minder grubman erhabene und verNefte Figuren, Verzierungen, Namenund ganze Devisen auf Ringe, Siegel, Münzen, Vasen undGeschirre; goß oder prägte schon im hohen Alterthume Mün-zen mit einer Inschrift, einem Bildnisse oder irgend einemanderen Zeichen in erhabener Arbeit., Die Phönizier, Aegyptier,Hetrurier, Griechen und Römer hatten schon Stempel, womitsie ihren Ringen und Siegeln Buchstaben und Worte anf-drnckten. Solcher heiß gemachter eiserner, nnr größererStempel bedienten sich die Griechen und Römer, um damitihre Thiere, Sclaven, Missethäter nnd selbst Soldaten zubezeichnen.i) Bekannt sind ausserdem die tessor» sign»-tori-t der Römer, theils von Holz und theils von Metall,die sie ihre» irrdenen Geschirren, sowie ihren Begräbniß- undBodentafeln, Aschenurnen und Vasen von gebrannter Erde

l) Nicolai lle siAilli» vcwrum, p. I7N.

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