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Erstes Uapitel, Zahlung^ Geld und Metall.
spezifischen Gehalt von ^/o» Pfund feinen Silbers, weil darinauf jede Mark seiner Geltung ^/»o Pfund feinen Silbers ent-halten ist.
Man bemerke, daß das Talerstück und das Zweimarkstückim spezifischen Gehalte nicht übereinstimmen — denn die Be-gültigung ist nicht an den Gehalt gebunden.
Gewöhnlich bedient man sich der Angabe über den spezi-fischen Gehalt; man kann aber zu demselben Ergebnis kommendurch den Begriff der „spezifischen" Geltung, welche das reziprokeVerhältnis angibt: beim Sovereign wäre zu sagen: aus einemTronvfunde Standardgoldes werden ^»/^o Pfund Sterling inSovereigns hergestellt; bei der deutschen Krone wäre zu sagen:aus dem Münzgut, welches ein Pfund feinen Goldes enthält,werden 1395 Mark in Kronen hergestellt — wenn solche Münzengeprägt werden.
Wenn man die spezifische Geltung angibt — also den reziprokenAusdruck des spezifischen Gehaltes — so hat man dafür in derälteren Münzterminologie die Bezeichnung: Ausbringen. DasPfund feinen Silbers wurde zu 30 Talern (Werteinheit) „aus-gebracht". Das Pfund feinen Silbers wird jetzt zu 100 Markin Zeimarkstücken „ausgebracht" — wenn solche Münzen ge-schaffen werden.
Solange wir bei der platischen Unterscheidung stehenbleiben, ist es ganz unmöglich, das bare Geld zu entdecken.Manche Leute meinen, die Münzen aus Edelmetall seien baresGeld; mitunter sind sie es, aber es gibt Münzen aus Edel-metall, die nicht bares Geld sind, zum Beispiel unsere Taler inder Verfassung nach 1871. Anderseits gab es im AltertumMünzen aus Erz, also aus unedlem Metall, die zweifellos zumbaren Gelds zu rechnen waren.
Die platische Unterscheidung ist ziemlich unergiebig; dasüberaus schätzbare Wissen des Münzmeisters und die beneidens-werte Fülle der Kenntnisse unserer Numismatiker soll in Ehrengehalten werden — aber sie alle beide kommen nicht viel weiterals bis zur Kenntnis von Gehalt und Zeichen der Münzen und