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Staatliche Theorie des Geldes / von Georg Friedrich Knapp
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Erstes Kapitel. Zahlung, Geld und Metall.

wohl aber das Gold- Das Gold ist hylisch nicht wegen seineredeln Beschaffenheit im Sinne der Technik, sondern wegen derAdel verleihenden Bestimmung unseres Rechts, welches sagt:aus Gold darf unbegrenzt Geld gemacht werden. Das ist eineErlaubnis, welche gegeben, aber kein Zwang, der etwa ausgeübtwürde. Durch jene Befugnis ist das Gold und wäre jedesandre Metall in die hylische Stellung gekommen, welchesozusagen ein juristisches Edelmetall schafft.

Nun aber fragt es sich: wenn das hylische Metall bekanntist, wie viel Geld soll aus der Gewichtseinheit dieses Metallesentstehen? Wie viel Geld das bedeutet, wie viele Wert-einheiten in Geld. Die Antwort wird erteilt durch eine be-sondere Bestimmung, die sich stets beim hylogenischen Geldefindet und die wir diehylogenische Norm" nennen wollen.

Diese Norm gibt das Verhältnis an, welches jetzt zwischendem Gewichte des hylischen Metalles und der (proklamatonschen)Begültigung desselben, wenn es in Geld verwandelt wird, bestehensoll. Sie ist ein Befehl, keine physikalische Erscheinung.

Wenn das hylische Metall und die Werteinheit bekannt sind,so sagt die Norm: daß jetzt je eine Werteinheit in Geld her-zustellen sei auf so und so viele Gewichtseinheiten des hylischenMetalles; zum Beispiel: ein Pfund Sterling ist herzustellenauf je "/i«s9 Troypfund Standardgoldes.

Wenn das hylische Metall und die Gewichtseinheit bekanntsind, so sagt die Norm, daß jetzt daraus so und so viele Wert-einheiten in Geld herzustellen seien; zum Beispiel: aus einemTroypfunde Standardgoldes ^°^/«o Pfund Sterling.

Es ist gleichgültig, welche der beiden Formulierungenman wählt.

Die Norm ist ein Begriff, der den Metallisten entgeht; fürden Chartalisten ist er der Schlüssel für das Verständnis deshylogenischen Geldes. Beim autogenischen Gelde kommt derBegriff der Norm gar nicht vor, weil es für autogenisches Geldkein hylisches Metall gibt, auch dann nicht, wenn die Plattendesselben aus Metall bestehen.