S 4. platische und genetische Beziehungen des Geldes zum Metall. 57
Bei der großen Wichtigkeit, welche, für die historische Be-trachtung des Geldwesens, jener Veränderung der Norm zu-kommt, ist es notwendig, die Definition des baren Geldes sozu fassen, wie es geschehen ist.
Wenn aber im Laufe der Geschichte die Norm sich im um-gekehrten Sinne ändert; wenn also der spezifische Gehalt derälteren Stücke kleiner wird, als es der jetzt geltenden Normentspricht, dann hören die älteren Stücke auf, bares Geld zusein — wobei sie noch immer Geld sind, und auch ihre Geltungdieselbe bleibt! Die älteren Stücke würden dann nur unter das„nicht bare" Geld einrücken, was mancherlei Nebenfolgen hat,aber kein großes Unglück ist, denn das „nicht bare" Geld nimmtja zusehends überhand. Es liegt uns überhaupt ganz fern, dasbare Geld als das wahre Geld zu betrachten; es ist nur dieursprüngliche Art des Geldes, das Urgeld, und dadurch ehr-würdig, aber nicht unersetzlich, so vortrefflich es in vieler Hin-sicht sein mag.
In der neueren Zeit vermeidet man mit Recht die früherfo üblichen Änderungen der Norm, so lange man am gleichenhylischen Metalle festhält; dadurch wird die Definition des barenGeldes etwas einfacher — aber nur für die neuere Entwicklungdes Geldwesens.
Ein internationaler Name für das bare Geld wäre sehrerwünscht; wir wollen es „orthotypisch" nennen, um anzudeuten,daß der spezifische Gehalt der Stücke an jene Norm (ortho-)gebunden sei. Um andererseits alle Geldarten zusammenzufassen,welche „nicht bar" sind, empfiehlt sich der Ausdruck „notales"oder „paratypisches Geld", um anzudeuten, daß es abseits (para-)jener Norm liege.
Man hat zuweilen den Unterschied des orthotypischen undparatypischen Geldes in tastender Weise zu formulieren versucht;aber es ist noch keine stichhaltige Definition des baren Geldesgefunden, da dieselbe den Begriff der Chartalität und deshylischen Metalles voraussetzt, beide Begriffe aber sind neu.Daher konnte auch das paratypische Geld nicht definiert werden.