S 4. platische und genetische Beziehungen des Geldes zum Metall. 59
sei; es können mehrere Metalle in dieser Stellung sein, zumBeispiel Gold und Silber wie beim Bimetallismus. Daher sindauch verschiedene Arten baren Geldes nebeneinander möglich:bares Goldgeld neben barem Silbergelde.
Fast alle Leute sind der Ansicht, in der hnlogenischen Normsei die Definition der Werteinheit enthalten; das ist der eigent-liche Inhalt der metallistischen Theorie. Danach wäre also diedeutsche Werteinheit, genannt Mark, definiert als der 1395«° Teileines Pfundes feinen Goldes.
Wenn nun, wie in Frankreich nach 1803, zwei hylischeMetalle zugelassen sind, also auch zwei hulogenische Normen:welche davon stellt die Definition der Werteinheit dar? Ist derFrank der 2M° Teil eines Kilogramms Münzsilber von derFeinheit '-Vis; oder ist der Frank der 3100«° Teil eines Kilo-gramms Münzgold von der Feinheit °/i»?
Darauf erwidern die Monometallismen: deshalb sei derBimetallismus unlogisch; man müsse entweder die eine oder dieandere Definition anerkennen.
Worauf aber der Bimetallist antwortet: beide Definitionenwechseln miteinander ab; zeitweilig steht die eine, zeitweilig dieandere in Kraft; daher kein logischer Widerspruch.
Wer hat nun recht? Keiner von beiden. Denn die hylo-genische Norm ist gar nicht die Definition der Werteinheit,sondern etwas besonderes für sich; und zwar deshalb, weil esGeldsnsteme ohne hnlisches Metall, also auch ohne hylogenischeNorm geben kann — aber niemals Geldsysteme ohne Wert-einheit.
Allerdings glaubt der Gesetzgeber fast immer, er definieredie Werteinheit, wenn er die hylogenische Norm aufstellt. Dashat aber nichts zu bedeuten. Denn der Gesetzgeber hat nur solange das Wort, als er befiehlt; sobald die Definition in Fragekommt, hört seine Macht auf und die des Theoretikers fängt an.
Die Werteinheit ist, wie wir wissen, historisch definiert undhat mit der lmlogenischen Norm nichts zu tun, denn sie gehtihr voraus. ^