152 Zweites Kapitel. Drdnung des Geldwesens im Unlande.
aber dann die Wirkung, daß solches Geld aus dem lytrischenVerkehr ausscheidet. Dadurch kann positives Agio große Ver-legenheiten herbeiführen, z. B. wenn es bei Stücken auftritt,die man wegen ihrer Stückelung nicht entbehren kann, z. B. beisilbernen Stücken zu 1 Frank oder zu 2 Franken (Frankreich 1865); man schafft dann mit Fleiß Stücke von negativem Agio,indem man Stücke dieser Geltung mit geringerem Feingehaltherstellt. Höchst begreiflich, denn der Feingehalt hat ja nichtsmit der Geltung zu tun. Nur für den Metallisten entsteht hiereine Verlegenheit, indem er mit Bedauern sieht, daß ausGründen des öffentlichen Wohls zu Stücken mit negativem Agioübergegangen wird.
Akzessorische Geldarten sind überhaupt nur dann dauerndim Verkehr zu halten, wenn ihr Agio zufällig einmal Null ist,oder wenn es absichtlich negativ gehalten wird! Bei positivemAgio nehmen sie Abschied aus dem lytrischen Verkehr. Dauerndakzessorische Geldarten zu wollen bedeutet also, dauernd solcheGeldarten mit negativem Agio wollen, da ja das Agio Null nurlabil auftritt. Darüber muß man sich klar werden. Wer keineGeldarten mit negativem Agio will, der hat dadurch auf dendauernden Gebrauch von akzessorischen Geldarten verzichtet.Dazu liegt aber gar kein Grund vor, denn das negative Agioschadet dem Inhaber nicht; wobei nur der private Inhaber ge-meint ist, dessen amphitropische Stellung wir schon angedeutethaben. Von den Interessen des Staates soll erst später geredetwerden. —
Akzessorische Geldarten mit positivem Agio sind, wenn manihre Platten als Ware behandelt, mehr lytrische Einheiten wert,als sie gelten, wenn man sie als Zahlungsmittel verwendet;„wert sein" ist eine Eigenschaft der Ware; „gelten" ist eine inder Rechtsordnung begründete Eigenschaft der Chnrtalstücke.Daher ist es erlaubt, zu sagen, das akzessorische Geld mitpositivem Agio sei überwertig; und ganz analog darf man dasakzessorische Geld mit negativem Agio dann unterwertig nennen;hat das akzessorische Geld einmal zufällig das Agio Null, so