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Staatliche Theorie des Geldes / von Georg Friedrich Knapp
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Z 9. Kgio bei akzessorischem Gelde.

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kann es vollwertig heißen. Die drei Ausdrücke:überwertig,unterwertig, vollwertig", sind hierdurch mit ganz bestimmtemSinne ausgestattet, sie sind definiert.

Überwertigkeit und Unterwertigkeit sind nur möglich beiakzessorischem Gelde. Bei valutarischem Gelds hat die Frage,ob es im inneren Verkehr, von dem allein hier geredet wirdüberwertig oder unterwertig sei, gar keinen Sinn, denn es wirdja nicht als Ware verwendet. Man vergesse nicht, daß der Be-griff Wert immer einen Vergleichsgegenstand fordert, worauf ersich bezieht. Dieser Gegenstand kann allerdings durch Ver-abredung gewählt werden. Niemand kann uns verhindern, dieWare Weizen mit der Ware Hafer zu vergleichen und zu sagen:ein Scheffel Weizen ist so und so viele Scheffel Hafer wert.Aber wenn vom Wert ohne Zusatz, ohne Nennung eines Ver-gleichsgegenstandes die Rede ist, dann meint man den Wert jenerWare in Geld; und wenn es mehr als eine Art von Geld imLande gibt, dann meint man stets den Wert in valutarischemGelde. Das also ist im Sinne zu behalten beim Gebrauch derBegriffe: Überwertigkeit und Unterwertigkeit des Geldes (näm-lich des akzessorischen Geldes), und man sieht sofort, daß vonÜberwertigkeit oder Unterwertigkeit des valutarischen Geldes indieser Terminologie gar nicht geredet werden kann.

Man hüte sich vor dem verbreiteten Fehler, ohne besondereAnkündigung ein beliebiges Vergleichsobjekt unterzuschieben, seies auch Silber oder Gold als Stoff, und ganz harmlos vomWert einer Sache in Bezug auf einen solchen Stoff zu reden,während vorher, wegen Mangels besonderer Verabredung, vomWert in valutarischem Gelde die Rede war.

Wert ohne Zusatz bedeutet immer Wert in valutarischemGelde und nichts anderes.

Vom valutarischen Gelde kann mau allerdings fragen, wassein Wert in Silber, in Gold, in Getreide, in Petroleum sei;aber hierbei ist doch das Vergleichsgut ausdrücklich genannt.Eine solche Frage wird hier gar nicht aufgeworfen.

Es ist auch hier gar nicht vorausgesetzt, daß irgend ein