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Staatliche Theorie des Geldes / von Georg Friedrich Knapp
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154 Zweites Kapitel. Drdnung des Geldwesens im Inlands.

Metall eine Befestigung seines Preises in valutarischem Geldserfahren habe. Es ist für unsere Betrachtung hier ganz gleich-gültig, ob eine metallodromische Verwaltung bestehe; sei sie daoder fehle sie immer reden wir nur vom valutarischenGelde, das ja nach den aufgestellten Regeln stets nachgewiesenwerden kann.

Überwertigkeit und Unterwertigkeit oder, was dasselbeist, positives oder negatives Agio bei akzessorischem Geldebedeutet also ein Verhalten gegen das jeweilige valutarischeGeld; es bedeutet aber schlechterdings nichts anderes, insbesonderewird dabei gar nicht daran gedacht, irgendein Metall als Ver-gleich herbeizuziehen. Nur wenn zufällig das valutarische Geldeine feste Beziehung zu einem Metalle hätte, nur dann würdezufällig das Metall als Vergleich dienen können; aber wir setzengar nicht voraus, daß das valutarische Geld eine solche festeBeziehung zu einem Metall habe. Unser Begriff des valuta-rischen Geldes ist, wie bekannt, ein funktioneller Begriff; und esist auch nicht wesentlich für das valutarische Geld, daß danebenmetallodromische Einrichtungen bestehen.

Die Erscheinung des Agios ist erst dann erklärbar in allden Fällen, wo sie auftritt, wenn der Begriff des valutarischenGeldes als ein rein funktioneller von der Frage aller Metall-verwendung freigehalten wird; er ist so formuliert, daß er gilt,ob nun das Metall platisch verwendet wird oder nicht, sowie,ob das Metall dromisch geregelt wird oder nicht.

Von diesem Standpunkte aus ist es zum Beispiel vollkommenklar und folgerichtig, zu sagen:

Nach dem Jahre 1879 hatte der österreichische Silberguldenein negatives Agio oder auch: er war unterwertig im Vergleichzum valutarischen Gelde, welches damals aus papiernen Notenbestand. Es wird ja hier nicht gefragt, welche der beiden Plattenmehr wert war, wenn sie als Stoff verkauft wurde; sondern eswird gefragt, ob die Platte des Silberguldens so viel wertwar wie ein Guldeu in Noten; und da ist zu sagen: sie warweniger wert.