Drittes Kapitel.
Schleswig vor und ging sogar so weit zn behaupten, dieses undjenes Kabinet habe es gerne gesehen, daß die kräftigsten Stützendes Volkes, die jungen Leute, Studenten und Turner, hilflos zu-sammengehauen wurden. Er begreife nicht, wie die Regierungenso blind rückwärts schreiten könnten, wie neuerdings wieder inDeutschland . Das sei eiu großer Trost für die Freiheit, daß dieRegierungen durch ihre Dummheit die Republik herbeiführen helfen.Erschloß mit dem Rufe: es lebe die Republik ! Jetzt trat Zitz aufund wurde mit donnerndem Hoch begrüßt. Er begann damit, dieVerunglimpfungen, welche sich gegen die Republikaner erhobenhätten, zurückzuweisen; mau habe „Republikaner " fast zn einemSchimpfworte gemacht; man habe die Lächerlichkeit behauptet, erwolle mit der Waffe in der Hand Deutschland eine Meinungaufdringen helfen. Was den Art. 13 des Programms betreffe,so sei er, uud zahllose in Deutschland seien mit ihm Republikaner,allein auch entschlösse» in der Regierungsform sich dem zu fügen,was die bestehende Sitte des Volkes als Eigentümlichkeit besitze.Und die Sitte sei in einem großen Teile von Deutschland fürMonarchie. Es wäre darum zu bedenken, ob man nicht dahinnachgeben müsse, einen Monarchen au die Spitze zu stellen, keinenvon Gottes Gnaden, sondern einen von Volkes Gnaden, einenDiener der öffentlichen Meinung, der auch nicht prasse im Schweißdes Landes, der keinen Schweif hochbezahlter Beamten nach sichziehe. Das sei die Hauptsache. Wenigstens eine republikanischeMonarchie müsse man haben. So weit es immer die Sitte desVolkes zugebe, müsse man sich der Republik nähern, und derArt. 13 des Programms umfasse dieses Bekenntnis vollkommen.Bamberger erwiderte: Daß für den Bürger Zitz das Programmtanglich sei, das bezweifle er nicht, in dessen Hände lege er esruhig. Nicht daS habe er daran auszusetzen, daß es zu wenigfreien Spielraum, sondern daß es zn viel gebe. Hätten wir30 Lente, wie Zitz, so wäre es schon vollkommen ansreichend alsGlaubensbekenntnis des Komitees z dann würde er ruhig auf jedeuweitereu Zweifel verzichten, allein das sei bei weitem nicht derFall. Es kämen jetzt schwierige Zeiten herbei, nnd wenn mannicht genug entschiedene Charaktere habe, so müsse man sie dnrchdas Unterpfand entschiedener Erklärungeu sicher stellen. DiesenGrundsatz festzuhalten, sei jetzt namentlich wichtig, wo es sich baldum die Parlamentswahlen handle. Er müsse deshalb darauf be-stehen, daß der Art. 13 des Programms abgeändert werde.Strecker brachte nun zuerst zur Abstimmung, ob das Programmangenommen werden solle, nnd es schien, daß sich die Majoritätmit Häudeanfheben dafür erklärt habe. Doch schien Strecker sowohl