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verachten die Kunst, ihn zu zergliedern, und die ihn entbehren,würden es als eine Ironie betrachten, sich mit dieser Kunst zubeschäftigen. Und doch ist es vom größten Nutzen und vomgrößten Interesse, die Sache näher kennen zu lernen, um welchesich so viel des Lebens und Sterbens dreht.
Ein jeder lebt's,
Nicht jedem ist's bekannt."
In der Korrespondenz, die ich über diese Anfänge der Jahr-bücher mit Oppenheim führte, finde ich noch einige Stellen, diedes Gedenkens wert sind. So schreibt er mir einmal: „DasBeste des ersten Heftes lieferte mir ein junger Jurist, namensLasker, den ich erst entdeckt habe". Ich habe selbst an einerfrüheren Stelle das Nähere über die früheste Begegnung zwischenOppenheim und Lasker berichtet. Ein andermal spricht sicheiner seiner Briefe über Bennigfen aus; derselbe macht ihm denEindruck eines Gagern in sxs. Es ist entschieden etwas Richtigesin der Ahnung.
Die Jahrbücher erfreuten sich einer guten Mitarbeiterschaft,aber der Absatz ließ zu wünschen. Das deutsche Publikum,welches gegenüber Gedrucktem zu der sparsamsten Spezies ge-hört, kaufte damals noch weniger als jetzt. In den Konflikts-jahren kamen noch einige Konfiskationen hinzu, und mit demDezember 1864 wurde das Unternehmen als verlustbringend auf-gegeben. Ich hatte ziemlich viel dazu geliefert, u. a. meinen ArtikelBerlin in Paris, welcher die Ansichten der Pariser Journalistiküber die neue Ära in Preußen behandelte; einen über den Humorin der Politik; einen über Renans Leben Jesu und einen überKapps Geschichte des amerikanisch-deutschen Soldatenhandels.Dank dieser Mitthätigkeit wurden meine Beziehungen zu Nord-deutschland im Aufaug der sechziger Jahre immer lebendiger.Sehr häufig stellten sich auch Besucher eiu, die mehr oder wenigerlange in Paris verweilten.
Einer der häufigsten Gäste war v. Nnrnh, den seine Leitungder Pflugschen Lokomotivfabrik oft nach Paris führte. Boretius,einer der Hauptredakteure der „Nationalzeitung", brachte einenWinter da zu uud erschien hänfig bei uns; Franz Duucker mit