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baten, in elsässischen Angelegenheiten nicht das Wort zu nehmen,und Fürst Bismarck , der in der Kunst perfiden Jnfinuierens seines-gleichen suchte, hat mir einmal, als ich den ersten heftigen Streit überseine allgemeine Politik mit ihm hatte, das 8uM mixts an denKopf geworfen. Nach meiner Erwiderung (in der Sitzung vom14. Juni 1882) zog er dann, wie er in solchen Fällen zu thnnpflegte, den Sinn der Perfidie ins Harmlose nnd sagte, er hättenur gemeiut, ich brächte gerne einen Teil des Jahres in Paris zu, nnd an meiner Stelle giuge es ihm vielleicht ebenso.
Der Gedanke, eine Unterscheidung zwischen den annektiertendeutschen und französischen Landesteilen zu machen, liegt nahe.Denn man kann mit Recht sagen, die französischen Lothringerseien durch die Einverleibung in Deutschland viel unglücklichergeworden als die Elsäsfer. Aber der Verzicht auf Metz und dasMetzer Land im Friedensabschlnß hätte den Stachel nicht um eineLinie breit weniger tief zurückgelassen. Eine nachträgliche Zu-rückgabe des französischen Teils wäre theoretisch viel eher denkbar,weil sie greifbar als ein gutartiges Nachgeben erschiene. Aberwer hätte den Mut, bei der Unbeständigkeit nationaler Bewegungen,etwas derart vorzuschlagen in der Hoffnung, daß Deutschland dafür dauernd Anerkennung und Friedensgarantie fände?
Um auf die persönlichen Beziehungen mit dem Kreise des„Iswxs" und der „ksvus zurückzukommen, so führten
dieselben nicht zu näherem sozialem Verkehr, sondern nur zu Be-gegnungen am dritten Ort, in den Lokalen der Redaktion u. dgl.mehr. In engere Beziehung trat ich zuerst mit einem französischenSchriftsteller, der zwar von väterlicher Seite deutschen Ursprungs,aber vom Wirbel bis zur Zehe Franzose war, ein merkwürdigesBeispiel des Übergewichts, welches das mütterliche Element, ver-bunden mit dem umgebenden Milieu, auf die Gestaltung einesIndividuums ausüben kann.
Louis Ulbach war der Sohn eines Deutschen dieses Namensaus Koblenz, der sich unter dem ersten Kaiserreich mit einer inder Champagne geborenen Französin verheiratet und sich in derStadt Troyes als UÄrLbii.u6 1'aiIIsur etabliert hatte. Hier kamder Sohn im Jahre 1822 zur Welt. Sein Vater, der zur Zeit alsich mit ihm bekannt wurde, nicht mehr lebte, lernte, wie der Sohn
Baitlbergers Erinuerungen. 27