dem die etwas strengen Vorschriften und Traditionen deräs Kranes nicht immer dienen konnten. An die Spitze des Comptoirtrat Pinard, ein sehr kluger und gewandter Geschäftsmann, der dieAnstalt auch zu hoher Entwicklung unter dem Kaiserreich brachte.Nach dem großen Krieg und Pinards Tod wurde vou der drittenRepublik der Bruder des gefeierten Verteidigers von Belsort,Obersten Denfert-Rochereau, wahrscheinlich diesem zu Ehren undzu Liebe, an die Spitze der Anstalt gestellt, der sie durch wahnsinnigeSpekulationen in einen entsetzlichen Bankrott hineinführte, beidessen Ausbruch er sich eine Kugel vor den Kopf schoß. Um denunberechenbaren Folgen der Katastrophe entgegenzutreten, mußtesich die Bank von Frankreich mit allen großen Bankhäusern vereintzu einem Vorschuß vieler Millionen entschließen, welcher dieschlimmsten Verheerungen aufhielt. Nachträglich giugen die Vor-schüsse, gerade wie später bei dem Falle des Hauses Baring inEngland , wieder ein, und das Comptoir kam wieder mittels neuerAktieubilduugeu empor.
Zu der Zeit, von der ich rede, war es angesehen und mächtig;ich kam auch vielfach in nahe Geschäftsberührung mit ihm undlernte sowohl Pinard wie Adam genau kennen.
Letzterer war dem Äußeren nach ein stattlicher Mann, einechter Normanne, brünett, aber mit gewaltigen Gliedern, hoch-gewachsen und breitschultrig. Was er in seiner früheren Zeit alsJournalist geleistet haben mag, weiß ich nicht. Großes kann esnach seiner Befähigung uud seinem Wissen nicht gewesen sein.Doch verstand er jedenfalls vom Journalismus mehr als vomBankgeschäft. Das hatte natürlich seinen Protektor Marrast nichtabgehalten, ihm die Stelle des Generalsekretärs unter Pinard beimComptoir zu sichern, und das war eine weise Fürsorge, denn dieseStelle blieb ihm unter dem Kaiserreich, während er den politischenPosten gewiß verloren hätte.
Adam war ein herzensguter, liebenswürdiger Mensch, mitdem ich im Lauf der Zeit auf kameradschaftlichen Fuß kam. Erblieb auch gut republikanisch gesinnt, während feinem VorgesetztenPinard politische Ansichten keine Beschwerden machten. AdamsFreundin Jnliette war damals von ihrem Mann, einem HerrnLa Mesfine getrennt, dem man nachsagte, daß er ein aus der