dieses Jahres, während die Ausfuhr in der ersten Hälfte kaumdie ohnehin geringe des Vorjahres erreicht haben dürfte.
Die natürliche Folge war eine Fortsetzung in der rückläufigenBewegung des Rubelkurses, der im Durchschnitt des 2. Quartals1887 auf 181V, stand.
Wir halien also in dieser Zeit eine verhältnismässig geringerussische Getreideausfuhr zusammenfallend mit einem erheblichsinkenden Rubelkurs.
Der Rückgang des Rubelkurses mag den russischen Exporteurenzeitweise grössere Gewinnchancen geboten haben; aber daverhältnismässig wenig Getreide für den Export verfügbar war,waren sie nicht genötigt und befähigt, den Weltmarktpreis zudrücken, obwohl die Welternte im allgemeinen und die deutscheErnte insbesondere sowohl 1885 als 1886 mindestens eine guteMittelernte war. Trotz des sinkenden Rubelkurses zeigen deshalbdie deutschen Weizenpreise vom Ende des Jahres 1885 ab einesteigende Richtung; von 134 1 /,, Mark im 4. Quartal 1885 stiegder Preis pro Tonne unverzollten Weizens in Danzig auf 151V aim 1. Quartal 1887. Roggen allerdings ging in derselben Zeitzurück, von 111 Mark (Bremer Notierung) im 3. Quartal 1885auf 100'/, Mark im 3. Quartal 1886, um von nun an bis in diezweite Hälfte 1887 einen Preis von 100 zu behaupten.
Aber nicht nur führte der Valutarückgang nicht zu einemDruck der Getreidepreise auf dem Weltmarkt, sondern dieselbenVerhältnisse, welche zu dem Sinken der Valuta geführt hatten,nämlich der ungünstige Ernteausfall, hoben gleichzeitig den —isoliert betrachtet — in dem Valutarückgang liegenden momentanenAnreiz zum Export auf. Der Anreiz besteht darin, dass manfür gleichen Geldpreis eine grössere Anzahl von inländischemGeld, in unserem Fall eine grössere Summe in Rubeln, erhält.Nun bewirkte aber die ungünstige Ernte in Russland ein Steigender Weizenpreise von etwa 60 Rubel in der zweiten Hälfte von1885 auf 76 Rubel im 3. Quartal 1887. Der russische Händlererhielt also auch beim Verkauf in Russland mehr Rubel als zuvorfür das gleiche Quantum Weizen. Die Steigerung der russischen Weizenpreise belief sich in dieser Zeit auf etwa 27 %, währendder Rubel von 200 auf 181'/,, also nicht einmal ganz um 10 %zurückging.
Wie wenig der Export durch den sinkenden Rubelkurs in