ausgreifen einzelner scharfer Ausdrücke, deren ich mich zur Charak-terisirung bestimmter Verhältnisse bedient hatte, im PublicumZweifel an meiner Unbefangenheit zu erregen, unterliess jedoch, dieseVerhältnisse selbst zu beschreiben, welche den Gebrauch jener Aus-drücke rechtfertigten. Er denuncirte dem Publicum meine Resultateals Ungeheuerlichkeiten, ohne die Unrichtigkeit der Ausführungen,welche zu diesen Resultaten nothwendig führten, zu beweisen. Dabeiwar er jedoch so ehrlich, selbst zuzufügen, dass er nicht beanspruche,mit diesem Artikel eine Kritik meines ganzen Systems zu geben,und da er dem Leser wiederholt das Studium meines Werkesempfahl und da ich getrost die Ansicht abwarten konnte, welchesich der Leser nach Studium meines Werkes über Herrn Bamberger’sAngriffe bilden würde, empfand ich nicht die Nothwendigkeitgegen diese selbst zu erwidern. Aehnlich wie in der „Gegenwart “,wurde mir damals erzählt, habe Herr Bamberger gleichzeitig in die„Augsburger Allgemeine Zeitung“ geschrieben.
Als ich nun hörte, Herr Bamberger schreibe ein Buch gegenmich, war ich voll freudiger Zuversicht, endlich einmal eine wissen-schaftliche Entgegnung zu finden, die mir die Fehler meinerArbeit nachweisen würde. Ich erwartete jene „Kritik des ganzenSystems“, auf welche einzugehen LIerr Bamberger in der „Gegen-wart “ nicht beabsichtigt hatte. Ich hoffte Gelegenheit zu finden, dieRichtigkeit meiner Ansichten auf’s neue zu prüfen; denn selbstver-ständlich war es mir vor Allem um die eigene Erkenntniss derWahrheit zu thun, und als vor wenigen Wochen „die Arbeiter-frage unter dem Gesichtspunkte des Vereinsrechts, vonLudwig Bamberger “ erschien, verschlang ich mit leicht erklär-lichem Heisshunger das lange erwartete Buch. Allein dasselbe hatmeine Erwartungen schmählich getäuscht.
Das Buch zerfällt in zwei Theile: in eine Vorbetrachtung undin zwölf Kapitel mit einem Anhang. Die Vorbetrachtung richtetsich gegen die sog. Katheder-Socialisten und insbesondere 'gegenmich, der andere Theil hauptsächlich gegen den von Schulze-Delitzsch im Reichstag schon mehrfach eingebrachten Entwurf eines Vereins-gesetzes. Beide Theile sind vollständig unabhängig von einander.Man sieht eigentlich nicht ein, warum sie als ein Buch zusammen-gedruckt sind, wenn nicht etwa die gegen mich im ersten Theilegerichteten Angriffe dem Antrag auf Verwerfung des Schulze’schenEntwurfs im zweiten Theile zu Hülfe kommen umd die Verwerfung