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Die 'wissenschaftliche' Leistung des Herrn Ludwig Bamberger : ein Nachspiel zu meinen 'Arbeitergilden der Gegenwart' / von Lujo Brentano
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mir die Thatsache angab, obwohl er es zu meinem Bedauern jetztnicht mehr ist, ein Mitglied des Unterhauses erzählte mir, dassihm von einer ihm nicht blutsverwandten Person ein Gut hinterlassenworden sei, dessen Werth in Grund und Boden £ 21,000 betrug,das Holz darauf war £ 11,000 werth; in Summa <£ 32,000. DieSteuer beträgt, wenn ein Vermögen einer Person hinterlassen w'ird,welche kein Verwandter des Erblassers ist, zehn Percent; die Steuerwürde demnach £ 3200 betragen; und wenn irgend einer von euchein Legat wie das angegebene baar, oder in Actien, in Schiffen, inGewerbskapitalien, oder irgend einem der Dinge erhielte, die nichtLand oder Häuser sind, so würde er £ 3200 bezahlen. Aber meinFreund bezahlte, als er sein Legat und das Holz darauf erhielt,gerade £ 700. Und warum? Wegen dieses Grundes allein, dassdas Gesetz von einem Parlament von Grundeigentümern gemachtwar, und die Eigenthümer und Erben von Ländern und Häusernals Berücksichtigung besonders werth erachtet wurden.

Aber, mag ich gefragt werden, und ohne Zweifel wird irgendJemand, der nach dieser Versammlung seine Feder aufnimmt, umeine Kritik meiner Rede oder dieser Versammlung zu schreiben,fragen, wie kommt es, wenn das Parlament so schlecht ist, dassso viele gute Dinge vom Parlamente während der letzten dreissigoder vierzig Jahre vollbracht worden sind? Ich erkenne an, dassgute Dinge vollbracht wurden, und ich sollte es auch wissen, da ichbei dem Vollbringen einiger derselben betheiligt war. Aber von wemwurden sie vollbracht? Hauptsächlich durch die Kraft im Parlament,welche dahin von den Wählerschaften der grossen und freien Markt-flecken des Königreiches gesandt wird. Die Mitglieder für die grossenStädte, obwohl eine Minderheit, und keine grosse Minderheit,sind die Triebkraft, durch welche diese guten Dinge vollbracht wor-den sind. Es ist nicht die Politik der Tories gewesen, gute Dingezu vollbringen und ich habe die Zeit gesehen, wenn die Whigsviel weniger eifrig waren, solche zu vollbringen, als ich wünschenkonnte. Diese Dinge sind vom Volke ausgegangen, und das Volkhat sie durChgesetzt. Was im Parlamente von wirklicher Vertretungvorhanden war, hat diese Gesetze vorwärts gebracht. Was vonScheinvertretung darin war, hat ihnen stets widerstanden.

Ich bin der Meinung, dass die reichen Leute eines Landes,welche die Macht in Händen haben und in der Regel für die reichenLeute allein sprechen, nicht hinreichend für die Menge und die Armensorgen können. Sie sind persönlich ganz gute Menschen, aber siehaben kein Interesse für die Masse des Volkes. Sie haben eineStelle in der Heiligen Schrift gelesen, ,,Die Armen habt ihrimmer um euch und deshalb bilden sie sich ein, dass es eineEinrichtung der Vorsehung sei, dass ein kleiner Theil des Volkesreich und mächtig, und dass die grosse Masse des Volks hart-arbeitend und arm sein solle. Es ist ein weiter Weg von Schlössern